Der Begriff "Beduine" kommt aus dem Arabischen und bedeutet „nicht sesshaft“ oder „nomadisch“. Doch Nomaden sind die Beduinen in der israelischen Negev-Wüste schon lange nicht mehr, es ist ihnen heute verboten, mit den Tieren umherzuziehen.

Nach der Gründung Israels flohen die meisten Beduinen in arabische Nachbarländer. Von denen, die blieben, wurden viele in eigens gegründete Orte umgesiedelt.

Aber es gibt noch Familien, die in der Wüste leben: wie die von Ali Mechamde – er lebt mit seinen Frauen, Kindern und Enkeln zwischen Arad und dem Toten Meer. Seine Enkel gehen über Trampelpfade zur Schulbushaltestelle, ein Generator liefert Strom – mit dem Leben in der Stadt aber will Ali nicht tauschen.

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Und es gibt Beduinen wie Amin Abuajaj, der in Dresden Medizin studiert hat und als Arzt zurück ging in die Beduinen-Stadt Kuseife. Begriffe wie Vielehe und Blutrache sind ihm nicht fremd. Die Töchter der Familie Alkrinawe aber haben mit der beduinischen Tradition nicht mehr viel gemein: Sie spielen Geige und wollen auf das Konservatorium in Beersheva; sie können sich nicht vorstellen, wie ihre Vorfahren in einer Hütte in der Wüste zu leben. Sie alle sind Beduinen in Israel – zwischen Tradition und Moderne.

Ein Beitrag von Silke Fries.

Sendung: hr2-kultur, Camino, 15.09.2019, 11:30 Uhr

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