"Willst du schon gehn?", fragt Julia und bittet Romeo zu bleiben: "Der Tag ist ja noch fern. / Es war die Nachtigall und nicht die Lerche, / die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang." Bewegend ist der kurze Abschied der Liebenden, schmerzlich die endgültige Trennung.

Hart ist das erzwungene Verlassen der Heimat, sind Exil und Verbannung; unerträglich der Abschied, den Zerstörung und Kriege fordern, gemildert nur durch die Hoffnung auf Rückkehr. Mit Trauer wird der Verlust eines Lebenspartners erlitten; es bleibt der fragend dankbare Blick auf den Wechsel von Anfang und Ende, den Rhythmus des Lebens. Und so ist dem Abschied auch der Wunsch nach Wiedersehen eingeschrieben. "Ach nur einmal noch im Leben", zitiert Eduard Mörike aus dem Libretto der Titus-Oper Mozarts. "Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter dir", verlangt Rainer Maria Rilke in den "Sonetten an Orpheus" und fordert auf zu Neubeginn.

Die Sendung geht den vielfältigen Formen von Abschied und Wiedersehen nach, von den mythischen Geschichten bis zu den Erfahrungen, wie sie in Reden, Gedichten, Erzählungen und Autobiographien gestaltet sind.

hr 2019

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