"Plötzlich liegt im Briefkasten eine Mahnung von einem britischen Online-Shop: Angeblich soll ich eine teure Uhr bestellt und nicht bezahlt haben. Das ist ein Scherz, denke ich. Aber leider nicht, wie sich herausstellen wird. Bald kommen Mahnungen für Jacken, Hosen und noch mehr Uhren. Es zeigt sich: In meinem Namen und auf meine Rechnung haben Kriminelle über Monate immer wieder Waren bestellt, die sie dann trickreich abgreifen. Ich bin Opfer von Identitätsdiebstahl geworden."

Als "neuen Volkssport" bezeichnet ein Berliner LKA-Beamter die Masche. Offiziell heißt sie "Warenkreditbetrug" und wurde 2017 allein in Berlin um die 16.000 mal angezeigt. Die Täter sind – soweit bekannt – häufig arbeitsteilig in zum Teil internationalen Banden organisiert. Einer ergaunert die Identitäten, einer bestellt, einer greift die Waren ab, einer verkauft sie online weiter.

Den Schaden haben nicht nur die Opfer von Identitätsdiebstahl, sondern auch die Online-Händler. Denn sie bleiben häufig auf den nicht bezahlten Rechnungen sitzen. Deshalb hat sich die Branche mit der Wissenschaft zusammengetan: Gemeinsam suchen sie Wege, betrügerische Bestellungen zu identifizieren – um die Täter öfter ins Leere laufen zu lassen. Ein Feature über Opfer, Täter, Ermittler und Hilfsangebote.

SR 2019

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