Wenn im "Ministerium für Staatssicherheit" – vom überwachten Volk liebevoll "Stasi" genannt – jemand den Telefonhörer abnahm, wurde ein Tonband angeschaltet: Die Stasi hörte nicht nur alles, sie nahm es auch auf.

Nach einem verräterischen Knacksen meldete sich der Offizier vom Dienst, indem er den Anrufenden harsch mit "Teilnehmer!" anredete. Der "Teilnehmer" wurde sodann nach seinem Anliegen befragt, das Gespräch archiviert. Auch die endlosen Verhöre der Stasi mit Verdächtigen wurden auf Tonband aufgenommen und als Beweismittel verwendet. Bis heute lagern diese Ton-Dokumente, die einen unerhörten Einblick vom Innersten eines Unrechtsstaates erlauben, weitgehend unerschlossen in der Behörde des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen.

Für "Sie sprechen mit der Stasi" erhielten Andreas Ammer und FM Einheit Zugang zu den Archiven. Es entstand ein Hörspiel als Portrait eines Unrechtsstaates.

Mit Archivaufnahmen aus der Behörde des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen Komposition & Regie: Andreas Ammer WDR 2017

Andreas Ammer, geboren 1960 in München, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte der Naturwissenschaften und schloss mit Promotion ab. Er arbeitet als Journalist und Autor für Hörfunk und Fernsehen.

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Anschließend ab 21:55 Uhr:
Megumi Kasakawa "for viola"

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 31.01.2018, 21:00 Uhr

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