Zwei Männer reden über einen Dritten. Der Dritte ist tot. Durch ihn haben die beiden sich kennengelernt: dienstlich. Der eine ist Polizist, der andere verdächtig.

Unter seinem Fenster wurde der Tote gefunden. Nicht der Tote sei das Problem, behauptet der Verdächtige, sondern, dass der Tote ein Mörder sei. Dem Polizisten reicht eigentlich schon der eine Tote; der, den er tot unten im Hof hat liegen sehen. Und ob der Verdächtige noch einen anderen Toten gesehen habe? Es sei eine Tote, behauptet der Verdächtige; der Tote habe seine Frau ermordet. Und, nein, eine Leiche habe er nicht gesehen. Der Polizist fragt, der Verdächtige antwortet. Der Verdächtige erzählt, was er gesehen hat: eigentlich nichts, aber es kann gar nicht anders sein. Dem Polizisten reicht das nicht. Wie kann man erzählen, was man nicht gesehen hat?

Zur Ursendung schrieb Paul Josef Raue in der FUNK-Korrespondenz: "In Jochums Hörspiel sind so genaue und wirkliche Dialoge zu hören, die all die hölzernen und anderweitig auf Papier gedrechselten Sätze vergessen machen, die gut gemeint, aber nicht gut gemacht sind."

Mit Rüdiger Vogler, Gerd Warmeling, Hermann Lause und Thomas Arens.

Bearbeitung: Norbert Jochum

Regie: Alfred Behrens

hr/SWR 1993

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Cornell Woolrich

(1903-1968), US-amerikanischer Schriftsteller, der mit seinen finsteren Kriminalromanen zahlreiche Vorlagen zum „Film noir“ beisteuerte. Er schrieb auch unter den Pseudonymen George Hopley und William Irish. "Mein Los war die Einsamkeit. Ich pflegte meine Einsamkeit. Und, um ehrlich zu sein: Einsamkeit passte wunderbar zu meiner Arbeit. Sie stand mir gut zu Gesicht, als ich noch jung war, und als ich schon nicht mehr ganz so jung war, schon weniger. Aber da hatte ich schon längst nicht mehr die Wahl. Meine Einsamkeit war Wirklichkeit geworden."

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 06.05.2018, 14:04 Uhr

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