Rund ein Dutzend melancholischer Erzählungen um das unmögliche bzw. verlorene kurze Glück, Geschichten von Betrug, Begierde, Sehnsucht, Einsamkeit und Liebe, entnommen Onettis Band „Willkommen, Bob“, bilden die Grundlage für Heinz von Cramers Hörspielcollage.

Manche dieser Geschichten sind nicht leicht zu ergründen, bleiben geheimnisvoll und dunkel, andere wiederum scheinen von einer ganz handfesten Wirklichkeit bestimmt – und wirken doch vor dem Hintergrund einer aufziehenden Militärdiktatur nur noch beklemmender.
Mit wenigen Strichen eine Gestalt in ihrer widersprüchlichen persönlichen Wahrheit hervortreten zu lassen, eine Konstellation zweier Menschen wie eingeätzt zu umreißen, herausgelöst aus allen vorgegebenen Mustern: Diese Kunst Onettis, seine an William Faulkner geschulte atmosphärische Präsenz, ist oft bewundert worden. Er ist einer der großen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Und doch ist dieser Wegbereiter moderner lateinamerikanischer Literatur in Deutschland weitgehend auch ein Unbekannter geblieben.

Mit Ernst Jacobi, Hille Darjes, Daniel Kasztura, Gabriela Maria Schmeide u. v. a.

Aus dem Spanischen von Jürgen Dormagen, Wilhelm Muster und Gerhard Poppenberg

Hörspielbearbeitung & Regie: Heinz von Cramer

hr 2003

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Juan Carlos Onetti

1909 in Montevideo geboren, ging während der Militärdiktatur in Uruguay Mitte der siebziger Jahre nach Madrid ins Exil, wo er 1994 starb. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane und Erzählungen.

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 10.03.2019, 14:04 Uhr

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