Die Täter der RAF schweigen auch nach Jahrzehnten beharrlich. Julia Albrecht, Schwester einer RAF-Terroristin, und Corinna Ponto, Tochter eines Opfers der RAF, haben dagegen einen Dialog begonnen, der den Graben zwischen Angehörigen der Täter und der Opfer überwinden will.

Am 30. Juli 1977 wurde Jürgen Ponto, Vorstandsprecher der Dresdner Bank, von der RAF ermordet. Beteiligt an dem Mord war Susanne Albrecht, Freundin der Familie Ponto. Ihre Schwester Julia, damals 13 Jahre alt, war die Patentochter von Jürgen Ponto. Dessen Tochter Corinna wiederum Patenkind der Familie Albrecht. Nach der Tat zerbrach die Verbindung zwischen den Familien. Dreißig Jahre später nimmt Julia Albrecht Kontakt auf zu Corinna Ponto. Es beginnt ein Dialog zwischen zwei Frauen, die beide, auf unterschiedliche Weise, von dem Terror des Deutschen Herbstes getroffen wurden. Es geht um Fragen der Schuld, der Täterschaft, der Versöhnung und um die Aufarbeitung eines Kapitels der deutschen Geschichte, in dem immer noch viele Seiten unbeschrieben sind. Eine sehr persönliche Auseinandersetzung, die nicht nur privat ist, sondern hochpolitisch.

Mit Corinna Kirchoff und Inka Friedrich

Hörspielbearbeitung: Mirko Böttcher

Regie: Annette Kurth

WDR 2017

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Julia Albrecht

Jahrgang 1964, hat in den vergangenen 15 Jahren in Berlin, Jerusalem und San Francisco gelebt und sowohl als Journalistin als auch als Juristin gearbeitet. Mit ihrem Mann und ihren Kindern lebt sie heute wieder in Berlin.

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Corinna Ponto

Jahrgang 1957, war nach Theater- und Musikstudium in New York, Köln und Frankfurt Opernsängerin. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Süddeutschland. Ab 2011 wirkt sie im Kuratorium der Jürgen-Ponto-Stiftung zur Förderung junger Künstler mit.

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 02.06.2019, 14:04 Uhr

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