Giovanni findet die Selbstmordversuche seiner Frau übertrieben. Was ist so schlimm an wiederholten Seitensprüngen? Antonia will offensichtlich die Vorzüge einer offenen Zweierbeziehung nicht verstehen. Statt zu klammern, könnte sie auch die positiven Seiten von Unabhängigkeit und Abwechslung schätzen lernen, findet Giovanni.

Antonia lernt tatsächlich dazu, verschafft sich zum neuen Selbstbewusstsein das richtige Outfit, eine eigene Wohnung und – einen Geliebten mit Superman-Qualitäten. Dunkle Selbstmordgedanken sind nun Vergangenheit. Nicht aber für Giovanni, der wegen der nun nach beiden Seiten hin offenen Zweierbeziehung seinerseits mit Selbstmord droht.

Wortwitzige Ehekomödie

Vom Publikum geliebt, stets selbst und mit seiner Frau Franca Rame in Aktion, hat Dario Fo das Lachen zu einer Waffe der Entlarvung gemacht. Offene Zweierbeziehung macht die schicke, bürgerliche Beziehungs-Libertinage zur Zielscheibe seines Spottes. Das Stück zeigt, wie die Inhaber der Macht, nämlich die Männer, profitieren, aber eben auch, wie Macht und aufgeblähte männliche Eitelkeit kläglich in sich zusammenfallen, wenn die Frauen zum intelligenten und phantasievollen Gegenschlag ausholen.

Mit: Angelica Domröse und Werner Rehm

Regie: Götz Naleppa

Rias Berlin 1987

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Dario Fo (1926–2016)

Italienischer Theaterautor, Polit- und Gesellschaftssatiriker, Regisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler, Schauspieler. 1954 heiratete er die Schauspielerin und politische Aktivistin Franca Rame (1929–2013), mit der er auch künstlerisch eng zusammenarbeitete. "Offene Zweierbeziehung" und "Nur Kinder, Küche, Kirche" zählen zu den bekanntesten gemeinsam verfassten Stücken. Dario Fo wurde 1997 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

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Sendung: hr2-kultur, 28.10.2018, 14:04 Uhr

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