In einer Zeit allgemeiner Arbeitslosigkeit hat die junge Ann Beschäftigung in einer Knopffabrik gefunden. Hier sortiert sie den ganzen Tag ungewöhnlich schöne, leuchtende Knöpfe, die, mit Mädchennamen bezeichnet, gern gekauft werden.

Sie tragen Mädchennamen: "Gladys", "Margaret", "June". Ann leidet unter der drückenden Hitze des Sortierraums und ängstigt sich vor einem prasselnden Geräusch hinter der Wand, an das sich ihre Kolleginnen Jean und Rosie längst gewöhnt haben. Sie raten Ann, den Vertretern Bill und Jack zu gehorchen und nicht über den Produktionsvorgang nachzudenken. Die beiden Männer wissen offenbar, woraus die Knöpfe gemacht werden und sind über den Zustand der Müdigkeit, der sich bei den Mädchen breit macht, sehr befriedigt. Rosie kann sich schließlich nicht mehr überwinden, nach Hause zu gehen und wird von Jack ermuntert, ganz im Klima der Fabrik zu bleiben, zumal bald ein neuer Knopf hinzukäme. Ann und ihr arbeitsloser Freund John beginnen die Zusammenhänge zu ahnen.

Sprecher:
John | Wolfgang Wahl
Ann | Gustl Halenke
Rosie | Karin Behrmann
Bill | Hanns Lothar
Jean | Julia Costa
Jack | Erich Uhland
Verkäufer | Armas Sten Fühler
Eine Stimme | Erwin Laurenz

Komposition: Johannes Aschenbrenner
Regie: Fritz Schröder-Jahn
NDR 1962

Weitere Informationen

Ilse Aichinger

(1921–2016) begann nach Kriegsende ein Medizinstudium, das sie abbrach, um ihren ersten Roman »Die größere Hoffnung« zu schreiben. 1951 stieß sie zur »Gruppe 47«, wo sie ihren späteren Mann Günter Eich kennenlernte; sie erhielt zahlreiche Literaturpreise. Ab Herbst 2000 schrieb die »schweigsamste unter den österreichischen Schriftstellerinnen« für die Tageszeitung »Der Standard« ihr im Feuilleton veröffentlichtes »Journal des Verschwindens«. Ihr letztes Buch »Subtexte« erschien 2006.

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 13.01.2019, 14:04 Uhr

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