Thomas Bernhard war ein Meister der Schimpfrede. Neben Personen wurden auch Städte zur Zielscheibe Bernhardscher Tiraden – ob es nun Augsburg oder Wien war. Ebenso blieben renommierte Theater mit ihrem Wohnsitz nicht von seinen Attacken verschont, vor allem wenn sie eines seiner Dramen nicht in seinem Sinne inszenierten.

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Vom 15. bis 23. Juni finden Sie das Hörspiel an dieser Stelle zum jederzeit Hören.

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Er beschwerte sich dann beim Suhrkamp Verleger Siegfried Unseld, damit das Stück verhindert und die Stadt, z. B. München, verdammt werde. Das konnte bis zu gerichtlichen Auseinandersetzungen führen. Grundlage des Stimmenspiels Morgen Augsburg! ist eine inszenierte Collage aus Bernhards Bühnenszenen, Erzählpassagen und Briefen. Verknappt und pointiert, entsteht hier ein Hörspiel, ergänzt um Fiktionales wie Dokumentarisches. Reale Verteidiger und Kritiker reagieren auf O-Ton-Sequenzen aus einer seiner seltenen Lesungen, hier der Erzählung "Die Mütze" von 1969. Die Welt Bernhards ist großes Wirklichkeits-Theater. Und ob dieses Hörspiel eine Tragödie oder Komödie ist, das mag jeder für sich entscheiden.

Mit Peter Simonischek und Thomas Bernhard.

Unter Verwendung von "Städtebeschimpfungen" (Regie: Götz Fritsch hr/BR/ORF/Der Hörverlag 2018) und der Lesung "Die Mütze" von und mit Thomas Bernhard von 1969

Hörspieleinrichtung: Ruthard Stäblein

Regie: Leonhard Koppelmann

hr 2019

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Thomas Bernhard (1931–1989), österreichischer Schriftsteller, zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1970 erhielt er den Georg-Büchner-Preis für seine Dramen und Prosaarbeiten; seit den 1980er-Jahren wurde er auch international einem größerem Publikum bekannt.

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 16.06.2019, 14:04 Uhr

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