'Boten des Lichts' hat man sie genannt, und als 'Beamte des Himmels' wurden sie bezeichnet. Nahezu überall tauchen sie auf, in fast allen Religionen, als Mittler zwischen Himmel und Erde, als Diener, Kundschafter und Wächter. Meist sind sie mit markanten Flügeln ausgestattet, mal treten sie verkleidet und ungeflügelt auf, wie bei Abraham oder Lot. Auch muss gelegentlich mit ihnen gerungen werden, wie Jakob dies tat, dem der Engel die Hüfte verrenkte.

In den Evangelien verkünden Engel die Geburt Jesu. Im Islam protestierten die Engel gegen Allahs Plan, Menschen zu erschaffen. Die Theologen des Mittelalters haben eine eigene Angelologie entworfen, eine ausgefeilte Engellehre mit hierarchischer Rangordnung. Sehnsuchtsfiguren sind Engel immer geblieben. Ehrfurchtsvoll wurden und werden sie verehrt, theologisch als Manifestationen Gottes vor allem in existentiellen Grenzsituationen, als spirituelle Ratgeber oder als Motiv der Popkultur sogar.

Engel waren und sind Gegenstände des kulturellen Diskurses, von Walter Benjamin bis Gershom Scholem, und auch in der Dichtung – neben der Musik und der bildenden Kunst – sind sie anwesend, von Dante bis Döblin, von Goethe bis Brecht, von Rilke bis Rosenlöcher, von Nelly Sachs bis Herta Müller. Sie deuten die Eigenschaften und Botschaften der Engel zwischen Traum und Wirklichkeit, das Bewahrende und Beschützende, aber auch das Apokalyptisch-Dämonische der Engelswelt. Die Sendung spürt den unterschiedlichen Annäherungen an das Geheimnis der Engel nach.

hr 2018

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