In seinem neuen Hörstück formt der Frankfurter Komponist Robin Hoffmann (*1970) einen tönenden Kunst-Wald. Die perfekten Instrumente dafür: Kleinstgeräte zur Tierlaut-Imitation wie Vogelrufe, Schwarzwildlocker, Rehblatter, Hasenklage.

hr 2018 | 30 Min. | Ursendung

Herkunft dieser Instrumente ist die Jagd, das angestrebte Klangideal der Jagenden die naturgetreue Nachahmung. An der Tongebung darf der Mensch nicht erkannt werden, will er erfolgreich seine Beute vor die Flinte locken. In Hoffmanns Hörstück aber emanzipieren sich – musikalisch durchgestaltet – die geraubten Stimmen der Gejagten: Wie man in den Wald ruft, so schallt‘s zurück. Naturlaut in der Feedbackschleife – ergänzt um Texte aus den Federn von Ludwig Tieck und Ferdinand Maximilian Klinger sowie um Passagen aus dem Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (1927-42). Mit fauchenden, fiependen und quäkenden Klangwolken handeln sie alle vom Verhältnis zwischen Mensch und Tier, zwischen Ruf und Widerhall.

Sendung: hr2-kultur, The Artist's Corner, 22.09.2018, 23:00 Uhr

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