Buchpreis-Longlist-Titel 2018
Buchpreis-Longlist-Titel 2018 Bild © Börsenverein

Biller, Geiger, Hegemann und Klüssendorf: Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises tauchen bekannte Namen auf. Anders als im Vorjahr dominieren dieses Mal aber die Frauen. Und wie immer fehlen wichtige Autoren wie Kritiker monieren, etwa Michael Lentz und Bodo Kirchhoff.

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Alf Mentzer

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Diese Longlist zeigt, wie multikulturell die deutschsprachige Literatur inzwischen ist, Welt-Literatur!" hr2-Redakteur Alf Mentzer über die Nominierungen und seinen Favoriten.

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Auf der Liste der 20 ausgewählten Autoren, die für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres nominiert wurden, stehen bekannte Autoren wie Maxim Biller oder das einstige literarische "Enfant terrible" Helene Hegemann. Es fehlen aber auch prominente Namen wie etwa der von Bodo Kirchhoff, der einen vielgelobten neuen autobiografischen Roman vorgelegt. Dafür darf sich Arno Geiger, der 2005 als erster Autor den Deutschen Buchpreis gewann, erneut Hoffnungen machen. Mit dem im Januar erschienenen Roman "Unter der Drachenwand", der überraschend im Frühjahr nicht für den Leipziger Buchpreis nominiert wurde, steht der Österreicher jetzt auf der Longlist.

Beim Wühlen durch 199 neue Romane habe die Jury "überraschende Entdeckungen" gemacht, wie Sprecherin Christine Lötscher sagte. "Die Lage der Welt scheint den deutschsprachigen Autorinnen und Autoren auf den Nägeln zu brennen", sagt Lötscher, "ihre Romane versuchen diese Fragen in der ganzen poetischen Tiefe auszuloten, indem sie ihre Figuren als Reisende, Suchende oder Vertriebene ihre Vergangenheit und Gegenwart erkunden lassen."

Das gilt auch für Maxim Biller, der vor wenigen Tagen mit "Sechs Koffer" eine jüdische Familiengeschichte vorgelegt hat, die ihm bereits begeisterte Kritiken in den Feuilletons einbrachte. Auffällig an der Liste ist aber vor allem, dass zwölf Frauen und acht Männer nominiert sind - im vergangenen Jahr war es vom Geschlechterverhältnis fast umgekehrt. Ein Indiz dafür, dass es nach vier männlichen Siegern beim Deutschen Buchpreis hintereinander mal wieder an der Zeit für eine Frau wäre, wie der Frankfurter Germanistikprofessor Heinz Drügh sagt.

Die 26-jährige Hegemann, die vor acht Jahren mit "Axolotl Roadkill" für heftige Diskussionen sorgte, legt in wenigen Tagen ein Buch ("Bungalow") über die radikale Selbstfindung eines Mädchens vor. Nino Haratischwili, die aus dem diesjährigen Buchmesse-Gastland Georgien stammt, hatte vor vier Jahren bereits ein fast 1.300 Seiten langes Familienepos vorgelegt - war damals aber zum Entsetzen vieler Kritiker nicht für den Buchpreis nominiert worden. Diesmal hat sie alle Chancen.

Weitere Informationen

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Carmen-Francesca Banciu, Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten! (PalmArtPress)
  • María Cecilia Barbetta, Nachtleuchten (S. Fischer)
  • Maxim Biller, Sechs Koffer (Kiepenheuer & Witsch)
  • Susanne Fritz, Wie kommt der Krieg ins Kind (Wallstein)
  • Arno Geiger, Unter der Drachenwand (Carl Hanser)
  • Nino Haratischwili, Die Katze und der General (Frankfurter Verlagsanstalt)
  • Franziska Hauser, Die Gewitterschwimmerin (Eichborn)
  • Helene Hegemann, Bungalow (Hanser Berlin)
  • Anja Kampmann, Wie hoch die Wasser steigen (Carl Hanser)
  • Angelika Klüssendorf, Jahre später (Kiepenheuer & Witsch)
  • Gert Loschütz, Ein schönes Paar (Schöffling & Co)
  • Inger-Maria Mahlke, Archipel (Rowohlt)
  • Gianna Molinari, Hier ist noch alles möglich (Aufbau)
  • Adolf Muschg, Heimkehr nach Fukushima (C.H.Beck)
  • Eckhart Nickel, Hysteria (Piper)
  • Josef Oberhollenzer, Sültzrather (Folio)
  • Susanne Röckel, Der Vogelgott (Jung und Jung)
  • Matthias Senkel, Dunkle Zahlen (Matthes & Seitz Berlin)
  • Stephan Thome, Gott der Barbaren (Suhrkamp)
  • Christina Viragh, Eine dieser Nächte (Dörlemann)
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Die Jury des Deutschen Buchpreises 2018
Die Jury des Deutschen Buchpreises 2018: Christine Lötscher, Paul Jandl, Marianne Sax, Christoph Bartmann, Tanja Graf, Uwe Kalkowski, Luzia Braun (v.l.n.r.) Bild © Börsenverein d.d.B.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2018 gehören neben Christine Lötscher an: Christoph Bartmann (Goethe-Institut Warschau), Luzia Braun (ZDF), Tanja Graf (Literaturhaus München), Paul Jandl (freier Kritiker), Uwe Kalkowski (Literaturblog „Kaffeehaussitzer“), Marianne Sax (Bücherladen Marianne Sax, Frauenfeld).

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