"Es ist den Menschen im Allgemeinen nicht gegeben, zu sehen, was ist": so lautet das Resümee des österreichischen Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal in seiner Erzählung "Lucidor". Die verzwickte Liebesgeschichte um zwei Schwestern der feinen Wiener Gesellschaft diente Richard Strauss 1927 als Stoff für die Oper "Arabella".

Eine hübsche, eitle Tochter soll wegen der Geldsorgen ihrer Familie einen reichen Mann heiraten. Die jüngere Schwester entwickelt jedoch deutlich tiefere Gefühle für den Auserwählten, eine ihr versagte Liebe.

Hugo von Hofmannthal lässt die Geschichte dort spielen, wo er sich auskennt: Er wird 1874 in Wien geboren, zwar mit Adelstitel, aber ohne großes Vermögen. Früh zählt er zum literarischen Jung-Wien und wird für seine lyrischen Veröffentlichungen geschätzt. Später wendet er sich zunehmend dem Theater zu, schreibt Dramen und Libretti. Gemeinsam mit dem Theatermacher Max Reinhardt begründet Hofmannsthal 1920 die Salzburger Festspiele mit der Inszenierung seines Dramas "Jedermann".

Die Erzählung "Lucidor" erschien erstmals am 22. März 1910 in der Tageszeitung "Neue Freie Presse" in Wien. Martha Marbo hat die Geschichte 1980 für den Hessischen Rundfunk gelesen.

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