"Die größte Überraschung für den Reisenden ist es, wenn er in dem fremden Land das findet, wovon er schon hundertmal gelesen hat", räsoniert der tschechische Schriftsteller Karel Čapek in seiner Reiseerzählung "Seltsames England". So ist es für ihn 1924 eine echte Überraschung, dass er an der Themse das Parlament findet, auf den Straßen Gentlemen in grauen Zylindern und auf den Kreuzungen zwei Meter hohe Bobbies.

In Essex wandert Karel Čapek "wie eine Waldnymphe über die Wiesen". In Cambridge sieht er "Rasen, die nur von Masters betreten werden dürfen" und "Professoren in Mänteln rot wie Langusten". In London fesselt ihn besonders der Speakers Corner. Dort predigen die Leute "über den lieben Gott, über die Erziehung, über die Reparationen oder über den Spiritismus". Klar: Diese Beobachtungen sind bald 100 Jahre alt. Doch auch wenn es an der berühmten Ecke des Hyde Park heutzutage nicht mehr so lebhaft zugeht, so muss man doch unwillkürlich an gegenwärtige Debatten aus dem Vereinigten Königreich denken.

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Erscheint am 28. Februar
Lenos Verlag
176 Seiten
14,50 Euro

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Trotz manchem Augenzwinkern: Karel Čapeks Reiseerzählung ist eine Verneigung vor der britischen Insel und ihren stolzen Bewohnern. Sie wurde 1930 erstmals auf Deutsch veröffentlicht. Der Schweizer Lenos Verlag legt jetzt eine Neuausgabe von "Seltsames England. Erlebnisse einer Reise" vor. Wir senden einen Ausschnitt aus der zeitlos schönen Erzählung. In der Aufnahme des Hessischen Rundfunks von 1957 liest Heinz Schimmelpfennig mit feinem Humor.

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