Arthur Schnitzler
Arthur Schnitzler Bild © picture-alliance/dpa

Im Wiener Labor der Moderne wurden um 1900 Erzählungen geschrieben, die uns noch heute ansprechen: über Träume und Größenwahn, über das Ende der Dichtung und den Anfang der Bewusstseinstrübung, über leichte Mädchen und alternde Männer. Ein Meister dieser Erzählkunst war Arthur Schnitzler. Wolfram Berger interpretiert ihn kongenial.

In einem Wiener Kaffeehaus wird mit einiger Finesse ein Scherz ausgeheckt. Leidtragender ist ein Komparse am Musiktheater. Er soll bei einem unbedeutenden Auftritt neben der Primadonna des Theaters von bezahlten Claqueuren aus der Fassung gebracht werden. Der Scherz verfängt, die Szene endet tödlich. Die tragikomische Erzählung "Der Ehrentag" erschien 1897.

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Aktuelle Lesung

07.03.-15.03.2019
mo-fr 9:30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung 15 Uhr in der "Klassikzeit".

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Der letzte Brief eines Literaten

Im gleichen Jahr schrieb Arthur Schnitzler die Erzählung "Der letzte Brief eines Literaten". Sie wurde erst 1932 erstmals veröffentlicht. Dramatisch, mit einem Schuss in die Schläfe, nimmt sich ein Dichter das Leben. Er kommt damit dem Tod seiner sterbenskranken Geliebten zuvor. Aus dem Abschiedsbrief, den der Literat dem Arzt der Geliebten hinterlässt, geht hervor, dass er die Schwerkranke nicht zuletzt deshalb verführte, um die Trauer über ihren Tod in Poesie zu verwandeln. Dieser Plan ist gescheitert, bemerkt der Arzt mit kühler Distanz.

Der Sohn

Ein Muttermörder steht im Mittelpunkt der kurzen Geschichte "Ein Sohn". Erzählt wird aus der Perspektive des Arztes, der der Sterbenden zur Hilfe eilt. Sie bittet ihn um Milde für ihren Sohn. Nachbarn tragen weitere Hintergründe des Verbrechens bei. Schnitzler, ausgebildet als praktischer Arzt, wurde mit Erzählungen wie dieser aus dem Jahr 1892 zum Seelenarzt der Wiener Gesellschaft.

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