Sie sollen hingebungsvoll sein, aber auch keusch, kunstliebend, aber nicht zu phantasievoll, gebildet, aber zugleich sollen sie sich vor der Wissenschaft hüten – die jungen Frauen des Kaiserreichs. So manche ist an diesen Widersprüchen zerbrochen. Ein feministischer Groschenroman aus der Kaiserzeit, sehr heutig gelesen von Laura Maire.

Agathe ist die Heldin des Bestsellers "Aus guter Familie" aus dem späten 19. Jahrhundert: eine Tochter der besseren Gesellschaft, 17 Jahre alt und gerade Konfirmandin. In seiner Rede erklärt ihr der Pfarrer, wie sie sich als junge Dame künftig zu benehmen habe. Doch Agathe will die widersprüchlichen Forderungen nicht verstehen.

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Lesung

15.07.-19.07.2019 (5 Folgen)
Montag-Freitag 9:30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung 15 Uhr in der "Klassikzeit".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "'Mädchen' meint um 1900 auch die erwachsene, unverheiratete Frau." Literaturwissenschaftlerin Katja Mellmann über Gabriele Reuters Erfolgsroman

Frau dt. Kaiserreich
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Zunächst wirkt dieser Text aus dem Jahr 1895 etwas süßlich, aber nach und nach entfaltet sich seine Brisanz. Er führt uns gnadenlos vor, wie die junge Frau an den gesellschaftlichen Ansprüchen ihrer Zeit zerbricht. Das Buch war seinerzeit, wie die prominente Frauenrechtlerin Helene Stöcker schrieb, "Selbstbefreiung großen Stils". Und tatsächlich wurde Gabriele Reuters Roman "Aus guter Familie" ein großer Publikumserfolg. Heute ist er eine spannende Wiederentdeckung.

Gabriele Reuter: Aus guter Familie

Die Literaturwissenschaftlerin Katja Mellmann hat den nahezu vergessenen Text 2006 als Studienausgabe neu ediert. Die Sprecherin Laura Maire hat in der Regie von Irene Schuck/BR Ausschnitte daraus fürs größere Publikum hörbar gemacht.

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