"Wo es Rauch gibt, gibt's auch Feuer" von Russell Patterson

"Der Mann war eine Potenz, und er brach sie sofort", heißt es in Marieluise Fleißers Erzählung "Avantgarde". Darin trifft die literarisch ambitionierte Studentin Cilly Ostermeier auf einen etwas älteren und bereits etablierten Dichter. Juliane Köhler liest die Erzählung über das Verhältnis zweier Schriftsteller.

Der Turmschreiber Hanss Vogel überreicht am 18. November 1967 der Schriftstellerin Marieluise Fleisser den Bayerischen Poetentaler. zu den Preisträgern gehören auch Arthur Maximilian Miller (l) und Wugg Retzer (r).

Marieluise Fleißer wurde im Jahr 1901 als Tochter eines Eisenwarenhändlers in Ingolstadt geboren. Nach dem Abitur studierte sie Deutsche Philologie, mit Schwerpunkt Dramaturgie in München. In dieser Zeit macht sie die Bekanntschaft von Bertolt Brecht, den manche in der Erzählung "Avantgarde" wiederzuerkennen glaubten. Vor allem bei Fleißers zweitem Theaterstück, "Pioniere in Ingolstadt", das in den Jahren 28/29 entstand, kam es zur künstlerischen Zusammenarbeit mit Brecht. Das Stück löste mit seinem kritischen Ton und den expliziten Szenen einen Skandal im Theater der Weimarer Zeit aus.

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Aktuelle Lesung

23.01.-30.01.2019 (6 Folgen)
mo-fr 9:30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung 15 Uhr in der "Klassikzeit".

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Aber war es wirklich das Zusammenwirken zweier Kreativer oder doch eher eine Unterwerfung der jüngeren Frau unter den bewunderten Mann? So jedenfalls schildert Marieluise Fleißer das Verhältnis der beiden Schriftsteller in der Erzählung "Avantgarde", die 1972 im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Ob es sich dabei um einen Schlüsseltext über Brecht handelt oder ob hier verschiedene Figuren ineinanderfließen, ist umstritten. In jedem Fall ist die psychologisch vielschichtige Erzählung aufregend zu hören. Juliane Köhler hat sie für den von Marcel Reich-Ranicki herausgegebenen und kommentierten Hörkanon gelesen.

Der Hörkanon
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