Widad Nabi
Die Autorin Widad Nabi. Bild © Imago Images

Im Zentrum der hochaktuellen Erzählung steht Peri – es ist der 12. Juni 2019 und wir befinden uns mitten in Wiesbaden. Aber Peris Erinnerungen gehen zurück in das zerstörte Aleppo und bilden in ihrem Kopf einen merkwürdigen Kontrast zum beschaulichen Leben um die Wiesbadener Marktkirche. Als ihr dann eine "Anne Frank" begegnet, verweben sich eigene Erinnerungen an Krieg, Gewalt und Verlust mit der Geschichte des Landes, in das sie geflüchtet ist.

"Stationen" heißt der Roman der kurdisch-syrischen Autorin Widad Nabi, der in diesem Jahr erscheint und aus dem wir heute, am 90. Geburtstag der berühmten jüdischen Tagebuchschreiberin Anne Frank, eine Passage vorab präsentieren. Die Autorin erzählt darin in Rückblenden über den Krieg in Syrien, die Auflösung ihrer Familie, ihre Flucht und den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft in Deutschland.

Widad Nabi wurde 1985 in Kobane geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften in Aleppo, schrieb für zahlreiche arabischsprachige Zeitschriften und Verlage und musste im Jahr 2015 nach Deutschland fliehen. 2013 erschien in Aleppo ihr Buch "Zeit für Liebe, Zeit für Krieg"; im Frühjahr 2019 erschien im Bremer Sujet-Verlag ihr Lyrikband "Kurz vor dreißig, … küss mich".

2018 hatte Widad Nabi das erste "Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden" des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. inne. Die Lyrikerin und Schriftstellerin wohnte drei Monate lang in der hessischen Landeshauptstadt und arbeitete an ihrem aktuellen Roman "Stationen". Die Übersetzung aus dem Arabischen stammt von Suleman Taufiq. Die Schauspielerin Luana Velis hat einen Auszug aus dem Text für hr2-kultur eindringlich gelesen. Sie hören die Lesung um 9:30 Uhr im "Kulturfrühstück" und die Wiederholung um 15 Uhr in der "Klassikzeit".

Widad Nabi im Gespräch

Die Autorin erzählt von Flucht und Vertreibung und ihrer Verbindung zu Anne Frank. Ein Beitrag von Julika Tillmanns.

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Anne Frank

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