Dorothea Lange Kinder Oklahoma Depression 1936

Es ist eine Dorfkindheit während der letzten Kriegsjahre. Im Tal der Wilden Sau westlich von Dresden nehmen die Jungen jedes Abenteuer an, das sich ihnen bietet. Als Chronist einer vergessenen Welt führt Wulf Kirsten uns durch seine Erinnerungen.

Wulf Kirsten ist ein Bewahrer: Seine Erzählungen halten die Landschaft noch im kleinsten Detail fest und schwelgen im Gebrauch einer untergegangenen Sprache. Doch nichts wird hier beschönigt und im Nachhinein als Idylle erzählt. Die Kindheit, an die Wulf Kirsten sich erinnert, ist oft hart und voller Entbehrungen. Oft genug müssen die Heranwachsenden ihre wilden Freiheiten teuer bezahlen. Und viel zu viel müssen sie hinnehmen, ohne jemals etwas ändern zu können: weder an den lästigen Pflichten des Landlebens noch am prügelnden Lehrer oder gar an den Kriegsereignissen. Der Schauspieler Gunter Schoß, auch bekannt als langjähriger Moderator der Dokumentationsreihe "Geschichte Mitteldeutschlands" im mdr, liest mit hörbarem Spaß an der Erinnerungsarbeit des Autors.

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Aktuelle Lesung

04.02.-01.03.2019 (20 Folgen)
mo-fr 9:30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung 15 Uhr in der "Klassikzeit".

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Wulf Kirsten wurde 1934 in Klipphausen (Sachsen) geboren und lebt seit mehr als 50 Jahren in Weimar. Er absolvierte zunächst eine Lehre als Handelskaufmann, arbeitete als Buchhalter und Sachbearbeiter, bevor er an der Arbeiter- und-Bauern-Fakultät Leipzig sein Abitur ablegte und Deutsch und Russisch für das Lehramt studierte. Während seines Studiums sammelte er als Mitarbeiter für das "Wörterbuch der obersächsischen Mundarten" mehr als tausend Belege aus seiner Heimat. Nach einer kurzen Tätigkeit als Lehrer wurde er Lektor im Aufbau Verlag in Weimar. Seit 1987 ist er freier Schriftsteller, vor allem Lyriker und Essayist. Auch als Herausgeber machte Wulf Kirsten sich einen Namen.

Wulf Kirsten
Wulf Kirsten: Die Prinzessinnen im Krautgarten

Für sein literarisches Schaffen wurde Wulf Kirsten vielfach ausgezeichnet. Für seinen Gedichtband "Die Erde bei Meißen" erhielt er 1987 den renommierten Peter-Huchel-Preis und wurde erstmals auch im Westen Deutschlands bekannt. Weitere Auszeichnungen waren unter anderem der Joseph-Breitbach-Preis und zuletzt 2015 der Thüringer Literaturpreis. Wulf Kirsten war Stadtschreiber in Salzburg, Dresden und Bergen-Enkheim und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtkunst. Die Kindheitserinnerungen "Die Prinzessinnen im Krautgarten" erschienen erstmals 2000.

Zum Abschluss der Lesung kommt Wulf Kirsten noch einmal selbst zu Wort. Er liest seine Erzählung "Steinmetzgarten", die 2004 im Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn, erschienen ist. Sie führt auf das Gelände einer Schrebergartensiedlung am Rand von Dresden. Hier soll eine Trabantenstadt entstehen. Doch Felix Andre, Steinmetz in Rente, weigert sich, seinen Garten zu räumen.

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