Liberaturpreis 2019 - Krokodilstränen - Mercedes Rosende
Der Sieger des Liberaturpreises 2019 Bild © Unionsverlag

Mercedes Rosende aus Uruguay wird für Ihren Kriminalroman "Krokodilstränen" ausgezeichnet. Das öffentliche Online-Voting hat sie klar für sich entschieden. Wir stellen die Siegerin vor - und die anderen sieben Nominierten.

Mercedes Rosende, Uruguay, mit dem Kriminalroman "Krokodilstränen"

aus dem Spanischen von Peter Kultzen, Unionsverlag, 224 Seiten

Der Roman "Krokodilstränen" von Mercedes Rosende handelt von einer Gang glückloser Kleinkrimineller, die versucht, in Montevideo einen Geldtransporter zu überfallen.

Mercedes Rosende, geboren 1958 in Montevideo, wo sie auch heute lebt, ist Autorin, Anwältin und Journalistin. Für ihre Romane und Erzählungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem uruguayischen Nationalliteraturpreis.

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LiBeraturpreis Nominierte 2019

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschnitt aus: "Krokodilstränen" von Mercedes Rosende

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Jury-Begründung:
"Aus einem Kindheitstrauma entsteht ein Psycho-Krimi. Die kleine Ursula ist esssüchtig. Ihr Vater erwischt sie, lässt sich nicht durch ihre "Krokodilstränen" beirren, sperrt sie ein. Sie wird sich rächen, trifft in Montevideo auf eine lächerliche Gang. Mit Verwechslung wird gespielt wie in einer Komödie. Der Leser wird dabei mit Augenzwinkern in das Konstrukt einbezogen. Ein Krimi zum Totlachen." (Ruthard Stäblein)

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Die Nominierten

Ebenso lesenswert - und auch für den LiBeraturpreis 2019 nominiert:

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Nanae Aoyama, Japan, mit den Erzählungen "Bruchstücke"

aus dem Japanischen von Katja Busson und Frieder Lommatzsch, Cass Verlag, 157 Seiten

Nanae Aoyama wurde 1983 in Saitama geboren. Für ihre Erzählung "Bruchstücke" wurde sie 2009 als bislang jüngste Preisträgerin mit dem Kawabata-Preis ausgezeichnet.

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LiBeraturpreis Nominierte 2019

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschnit aus: "Bruchstücke" von Nanae Aoyama

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Jury-Begründung für die Nominierung:
"Mit dem Vater Kirschenpflücken gehen. Die Exfreundin nicht vergessen können. Unliebsamen Besuch empfangen. Davon erzählen die drei Beziehungsgeschichten, die dieser Band versammelt. Geschichten, die so herrlich leicht erzählt sind, dass man kaum bemerkt, wieviel sie kunstvoll im Ungefähren lassen." (Katharina Borchardt)

Rita Indiana, Dominikanische Republik, mit dem Roman "Tentakel"

aus dem Spanischen von Angelica Ammar, Verlag Klaus Wagenbach, 160 Seiten

Rita Indiana, geboren 1977 in Santo Domingo, ist die bekannteste dominikanische Musikerin der Gegenwart, die Zeitung "El País" wählte sie unter die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten Lateinamerikas. Sie schreibt Romane, die in viele Sprachen übersetzt wurden und engagiert sich politisch gegen Korruption und Homophobie.

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LiBeraturpreis Nominierte 2019

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschnitt aus: "Tentakel" von Rita Indiana

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Jury-Begründung für die Nominierung:
"Genderfragen und Ökologie, lateinamerikanische Geschichte und futuristisches Denken, Mythos und Moderne: Die Sängerin und Schriftstellerin Rita Indiana mischt all das in ihrem so kühnen wie abgedrehten Roman, der den Magischen Realismus neu buchstabiert. Die Lektüre: ein Trip." (Claudia Kramatschek)

Lina Meruane, Chile, mit dem Roman "Rot vor Augen"

aus dem Spanischen von Susanne Lange, Arche, 208 Seiten

Lina Meruane, geboren 1970 in Santiago de Chile, ist Kulturjournalistin und Professorin für Allgemeine und Lateinamerikanische Literatur sowie Kreatives Schreiben an der New York University, 2011 wurde sie mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet.

Derzeit lebt sie als Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD in Berlin. "Rot vor Augen" ist ihr vierter Roman.

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LiBeraturpreis Nominierte 2019

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschnitt aus: "Rot vor Augen" von Lina Meruane

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Jury-Begründung für die Nominierung:
"Plötzlich blind: Der Chilenin Lina platzen auf einer Party die Netzhautadern. "Rot vor Augen" erzählt davon, wie sich ein Leben auf einen Schlag ändern kann. Lina muss nach neuen Orientierungspunkten suchen: räumlichen, emotionalen, sprachlichen. Ein eindringlicher Roman über Innen- und Außenwelten." (Katharina Borchardt)

Guadalupe Nettel, Mexiko, mit dem Roman "Nach dem Winter"

aus dem Spanischen von Carola Fischer, Blessing Verlag, 352 Seiten

Guadalupe Nettel, 1973 in Mexico City geboren, wo sie auch heute lebt. Ihr schriftstellerisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt. "Nach dem Winter" ist der erste Roman der Autorin, der auf Deutsch erscheint.

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LiBeraturpreis Nominierte 2019

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschnitt aus: "Nach dem Winter" von Guadalupe Nettel

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Jury-Begründung für die Nominierung:
"Ein Kubaner in New York und eine Mexikanerin in Paris vereinsamen in der Fremde. Vor allem die Stadt Paris wird so intensiv erzählt und als Einsamkeitsdroge erlebbar, wie es nur Migranten erfahren müssen und doch überwinden können. Nettel nimmt deren Resignation ernst, ohne ihr zu verfallen. Hinreißend." (Ruthard Stäblein)

Samanta Schweblin, Argentinien, mit den Erzählungen "Sieben leere Häuser"

aus dem Spanischen von Marianne Gareis, Suhrkamp-Verlag, 150 Seiten

Samanta Schweblin wurde 1978 in Buenos Aires geboren, sie lebt und arbeitet in Berlin. Als Autorin wurde sie mehrfachausgezeichnet, unter anderem mit dem "Premio Casa de las Américas".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschnitt aus: "Sieben leere Häuser" von Samanta Schweblin

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Jury-Begründung für die Nominierung:
"Ganz leer sind diese sieben Häuser nicht, doch findet kaum noch Leben darin statt. Da bestiehlt eine Frau reiche Leute, eine Demenzkranke räumt ihre Habe in die Garage, und ein Mädchen feiert keinen Geburtstag. Oft wird bei Schweblin das Unbewusste zur Tat: niemals ganz auflösbar und außergewöhnlich poetisch." (Katharina Borchardt)

Kamila Shamsie, Pakistan, mit dem Roman "Hausbrand"

aus dem Englischen von Nikolaus Hansen, Berlin Verlag, 256 Seiten

Kamila Shamsie wurde 1973 in Karatschi geboren, sie lebt in London und Karatschi. Sie schreibt regelmäßig für den "Guardian" und erhielt für ihr literarisches Werk zahlreiche Preise, unter anderem wurde sie als "Granta Best of Young British Novelists" ausgezeichnet, für ihren Roman "Hausbrand" wurde ihr der renommierte "Women's Prize for Fiction" verliehen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschnitt aus: "Hausbrand" von Kamila Shamsie

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Jury-Begründung für die Nominierung:
"Die pakistanische Autorin Kamila Shamsie, die in London beheimatet ist, erfindet eine zeitgenössische Antigone: eine junge Muslimin, die das Recht herausfordert, damit ihr Bruder, der dem IS den Rücken kehren will, in ihre gemeinsame Heimat England zurück reisen darf. Ihr Gegenspieler: ein Politiker und Vorzeige-Immigrant, der seiner Karriere zuliebe seine muslimischen Wurzeln verleugnet." (Claudia Kramatschek)

Dima Wannous, Syrien, mit dem Roman "Die Verängstigten"

aus dem Arabischen von Larissa Bender, Blessing Verlag, 256 Seiten

Dima Wannous, geboren 1982 in Damaskus, schreibt für arabischsprachige Tageszeitungen. Derzeit lebt sie in Lodon. Wannous lebt derzeit in London. "Die Verängstigten" ist der erste Roman der Autorin, der auf Deutsch erscheint.

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LiBeraturpreis Nominierte 2019

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschnitt aus: "Die Verängstigten" von Dima Wannous

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Jury-Begründung für die Nominierung:
"50 Jahre Terrorregime und Krieg in Syrien haben Angst zum wesentlichen Faktor des Lebens und Überlebens gemacht. Sie produzieren Angst vor der Angst und die wiederum richtet psychosomatische Verheerungen an. Dima Wannous transferiert diesen Mechanismus in hochverdichtete, komplexe Prosa, um ihn überhaupt beschreib- und damit kommunizierbar zu machen. Ein virtuoses, wichtiges Meisterwerk." (Thomas Wörtche)

Weitere Informationen

Der LiBeraturpreis

Der LiBeraturpreis ist der Publikumspreis für Weltliteratur von Frauen. Acht Schriftstellerinnen aus Lateinamerika, Asien und dem arabischen Raum waren 2019 nominiert.
Seit 1987 gibt es die Initiative LiBeraturpreis e.V., seit 2013 wird der Preis von Litprom verliehen, der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Der Preis will Aufmerksamkeit für Literatur von Frauen schaffen, deren Werke auf dem deutschen Buchmarkt noch unterrepräsentiert sind. Alle nominierten Autorinnen waren 2018 mit ihren Büchern auf der "Weltempfänger"-Bestenliste von Litprom vertreten. Zur Jury gehörten Katharina Borchardt, Andreas Fanizadeh, Claudia Kramatschek, Ulrich Noller, Ruthard Stäblein und Thomas Wörtche. Die Preisverleihung findet während der Frankfurter Buchmesse im Oktober statt.

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Sendung: hr2-kultur Spätlese, 11.6.2019, 22:00 Uhr

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