Asli Erdogan und Can Dündar
Asli Erdogan und Can Dündar auf der Frankfurter Buchmesse 2017 Bild © picture-alliance/dpa

Weltweit sind Schriftsteller und Journalisten von Zensur und Verfolgung betroffen. hr2-kultur diskutiert mit zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit und bringt die Texte verfolgter Autorinnen und Autoren zu Gehör.

Was denken Schriftsteller, die in Hessen eine vorübergehende oder dauerhafte Zuflucht gefunden haben, über Heimat, Widerstand, Toleranz und die Verhältnisse in Deutschland? Wie ist die Lage der Pressefreiheit in der Türkei? Und wo verläuft die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Hetze im Netz? Fragen wie diese sind aktuell wie nie. In der Veranstaltungsreihe "Hinter den Worten", die der Hessische Literaturrat e.V. bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit hessischen Literaturhäusern durchführt, steht diesmal die Meinungs- und Pressefreiheit im Zentrum von Diskussionen und Lesungen. Eingeladen sind die Exil-Schriftsteller Aslı Erdoğan, Enoh Meyomesse und Jovan Nikolić, der Frankfurter Historiker Lutz Becht, der türkische Journalist Can Dündar sowie Nikola Roßbach (Uni Kassel), Jens Nähler (HNA) und Maria Grüning (Kopiloten Kassel).

Weitere Informationen

Veranstaltungsreihe

Hinter den Worten: Meinungs- und Pressefreiheit im Gespräch

Do., 3.5.2018, 19:30 Uhr
Aula der Justus-Liebig-Universität, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen
Hinter den Worten. Can Dündar | Mit Can Dündar und Roman Kurtz, Moderation: Sascha Feuchert
Sendung in hr2-kultur: Sa., 12.5.2018, 18:04 Uhr

Di., 8.5.2018, 19:30 Uhr
Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Meinungsfreiheit! Zu Gast bei unbeugsamen Wortführern im Exil | Mit Aslı Erdoğan, Enoh Meyomesse, Jovan Nikolić, Lutz Becht, Moderation: Lisa Straßberger
Sendung in hr2-kultur: So., 27.5.2018, 12:04 Uhr

Di., 15.5.2018, 19:30 Uhr
Stadtbibliothek, Obere Königsstraße 3, 34117 Kassel
Meinungsfreiheit im Netz | Mit Nikola Roßbach, Jens Nähler und Maria Grüning, Moderation: Thomas Bündgen
Sendung in hr2-kultur: Sa., 2.6.2018, 18:04 Uhr

Mehr Informationen: www.hessischer-literaturrat.de

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"Mit den Veranstaltungen wollen wir auf die kritische Lage der Meinungsfreiheit hinweisen: weltweit, aber auch in Deutschland und Hessen", sagt Madelyn Rittner, Geschäftsführerin des Hessischen Literaturrats, die die Reihe kuratiert hat. Hessen spiele durch Institutionen wie das PEN-Zentrum in Darmstadt oder Stadt der Zuflucht in Frankfurt bei der Stärkung der Presse- und Meinungsfreiheit eine wichtige Rolle, so Rittner. "Die Sicherheitsbestimmungen, die zum Teil mit den Veranstaltungen einhergehen, haben uns nochmals deutlich vor Augen geführt, welches Risiko damit einhergeht, sich für das freie Wort zu engagieren."

Die Veranstaltungen finden rund um den Tag der Pressefreiheit am 3. Mai und zum Gedenken an die Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933 statt. hr2-kultur ist Kooperationspartner, alle Veranstaltungen sind auch im Radio zu hören. Zu den Mitveranstaltern gehören die Katholische Akademie Rabanus Maurus, das Literarische Zentrum Gießen, das Literaturhaus Nordhessen und viele weitere Partner. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat die Reihe gefördert.

Burhan Sönmez
Burhan Sönmez auf der Frankfurter Buchmesse 2017 Bild © picture-alliance/dpa

Das Thema "Meinungsfreiheit" greift hr2-kultur auch in der Sendung "Spätlese" auf. Ab dem 8. Mai sind in einer dreiteiligen Reihe Gedichte und Erzählungen klassischer und zeitgenössischer türkischer Autoren zu hören, die die Freiheit des geschriebenen Wortes teils unter Lebensgefahr verteidigen mussten.

Weitere Informationen

Sendungen in hr2-kultur | Spätlese

Türkische Literatur – Schreiben als Opposition

8.5.2018, 22:00 Uhr
Texte von Aslı Erdoğan und Nâzım Hikmet

15.5.2018, 22:00 Uhr
Texte von Ahmet Altan und Sabahattin Ali

22.5.2018, 22:00 Uhr
Texte von Burhan Sönmez und Nâzım Hikmet

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Nâzım Hikmet und Sabahattin Ali kritisierten schon Mitte des 20. Jahrhunderts die staatlichen Mächte. Sie schrieben trotz Repressionen, trotz Gefängnis, trotz Zensur. Als Schriftsteller zur politischen Opposition zu gehören, hat in der Türkei also Tradition. Als Yaşar Kemal 1997 in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des deutschen Buchhandels entgegennahm, sagte er in seiner Dankesrede: "Das Gefängnis ist die Schule der türkischen Literatur." In jüngster Zeit erlebten unter anderem die Schriftsteller Aslı Erdoğan, Burhan Sönmez und Ahmet Altan staatliche Gewalt. Aslı Erdoğan wurde 2016 nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei verhaftet, sie lebt heute als Gastautorin des Programms "Stadt der Zuflucht" in Frankfurt. Ahmet Altan wurde erst im Februar zu lebenslanger Haft verurteilt. In ihren Gedichten, Essays und Romanen beschreiben die Autoren unter anderem die Grausamkeiten des kurdisch-türkischen Konflikts und ihre Erlebnisse im Gefängnis. Es lesen die Schauspieler Ilona Fritsch-Strauss, Helmut Winkelmann, Sebastian Reiss und Christian Klischat.

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