Rotraud Pöllmann
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Mehr als zwanzig Jahre lang leitete sie das Museum Büchnerhaus in Riedstadt-Goddelau. Am 29. Januar 2018 ist Rotraud Pöllmann im Alter von 71 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Rotraud Pöllmann war mehr als die "gute Seele" des Museums: Sie war dabei, als Anfang der 1990er Jahre die ersten Überlegungen zur Gestaltung eines Museums in Georg Büchners Geburtshaus angestellt wurden. Sie hat die Dauerausstellung "Von Goddelau zur Weltbühne" mit entwickelt und für das Museum ein Netzwerk aufgebaut: zu Forschungsinstitutionen, zur Presse und zu den Bürgern. Sie hat sich ein umfassendes Wissen angeeignet und unzähligen Besuchern von Leben, Werk und Wirkung des Dichters und Revolutionärs Georg Büchner berichtet. Besonders am Herzen lagen ihr die Familiengeschichte Georg Büchners und der Bezug seines Werkes zur Orts- und Regionalgeschichte.

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Bis zu ihrem Ruhestand vor gut einem Jahr hat sie in ihrer mehr als zwanzig Jahre währenden ehrenamtlichen Tätigkeit fast jeden Gast im Büchnerhaus, jede Anfrage von Presse oder Forschung betreut. In ihrer gemeinsamen Erklärung zum Tod von Rotraud Pöllmann sprachen Werner Amend als Vorsitzender des Fördervereins Büchnerhaus e.V., Bürgermeister Markus Kretschmann und Museumsleiter Werner Brunner von einem unersetzlichen Verlust. "Das Büchnerhaus" und "Frau Pöllmann" seien über Jahre zu einem Synonym geworden.

Für das Netzwerkprojekt "Literaturland Hessen" gehörte Rotraud Pöllmann zu den wichtigsten und beständigsten Kooperationspartnern. 2014 verlieh ihr der Verein der Freunde und Förderer des Literaturlands Hessen deshalb den neu ins Leben gerufenen Literaturpreis "Hessischer Literaturlöwe". In seiner Laudatio betonte Vereinsvorstand Heiner Boehncke, wie sehr Rotraud Pöllmann sich mit Worten, Gedanken, Gefühlen, vor allem aber mit Taten für das Büchnerhaus engagiert habe. Durch sie stehe das einzigartige Literaturmuseum so selbstverständlich im Ried "wie eine alte Dorflinde, die am Ort festgewachsen ist". Der Literaturlöwe sei als Wappentier für all jene zu verstehen, die wie sie für die Literatur und für Georg Büchners Haus "wie eine Löwin gekämpft" habe.

Auf Wunsch ihrer Familie wird Rotraud Pöllmann im engsten Kreis bestattet. Im Büchnerhaus liegt ab Donnerstag, 1. Februar 2018, ein Kondolenzbuch aus.

Quelle: Karoline Sinur für hr2-kultur

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