Ihre Waffe ist die Sprache, dafür steht sie in der Türkei vor Gericht. 2016 wurde die Schriftstellerin Aslı Erdoğan in Folge des gescheiterten Militärputsches in der Türkei für mehr als vier Monate inhaftiert. Seit 2017 lebt sie in Frankfurt im Exil. In ihrer Erzählung "Am Fuß einer Mauer" beschreibt sie die Nacht des Putsches. Es liest Ilona Fritsch-Strauß.

Aslı Erdoğan, geboren 1967 in Istanbul, ist Physikerin, Journalistin und Schriftstellerin. Als Mitarbeiterin der kurdisch-türkischen Zeitung "Özgür Gündem" wurde sie im Zuge der so genannten "Säuberungen" nach dem gescheiterten Militärputsch verhaftet. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis konnte sie die Türkei verlassen und lebt seitdem im Rahmen des Stipendiums "Stadt der Zuflucht" in Frankfurt am Main.

Aslı Erdoğan wurden mehrere Friedens-, Menschenrechts- und Schriftstellerpreise verliehen. 2019 erschien ihr Roman "Das Haus aus Stein", in dem sie die Erfahrungen in der Haft verarbeitet. Seit dem 10. April wurde der Prozess gegen die Schriftstellerin in Istanbul wieder aufgenommen. Gemeinsam mit acht weiteren Journalisten, Menschenrechtlern und Verlegern ist sie unter anderem wegen terroristischer Propaganda angeklagt.

"Am Fuß einer Mauer" erzählt von der Nacht des Militärputsches vom 15. auf den 16. Juli 2016 in Istanbul. Der Text erschien 2017 in der Übersetzung von Oliver Kontny in dem Essay-Band "Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch", in dem Aslı Erdoğan die politischen Verhältnisse in der Türkei seit dem gescheiterten Putsch thematisiert. Für hr2-kultur liest Ilona Fritsch-Strauß.

Weitere Informationen

Aslı Erdoğan: Am Fuß einer Mauer

Aus dem Erzählband: Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch
Übersetzt von Oliver Kontny
Verlag Knaus, München 2018

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