Eine ungleiche Freundschaft verband die lebenslustige Schriftstellerin George Sand mit dem siebzehn Jahre jüngeren, schwermütigen Gustave Flaubert. Er klagte ihr sein Leid über die unendliche Dummheit seiner Zeitgenossen, sie baute ihn mit mütterlichen Ratschlägen wieder auf. Ihre enge, freimütige Freundschaft wird in ihrem Briefwechsel lebendig.

Gustave Flaubert brauchte viel Zeit für die Arbeit an seinen Romanen, Jahre der Vorbereitung, Jahre des Schreibens; George Sand floss die Literatur leichter aus der Feder, kaum war das eine Werk beendet, folgte das nächste: Romane, Erzählungen, Theaterstücke. Flaubert, der an die Literatur die höchsten Ansprüche stellte, schätzte viele ihrer Werke sehr, vor allem aber schätzte er in ihr die Freundin, die Vertraute, der er sein Leid, nicht nur über seine Krankheiten, sondern insbesondere über die Dummheit der Menschen klagen konnte.

Gustave Flaubert, 1869, Zeichnung von George Sands Sohn Maurice

Flaubert und George Sand lernten sich 1866 kennen und korrespondierten von diesem Zeitpunkt an bis zum Tod von George Sand. Sie schrieben sich nicht nur Briefe, sie besuchten sich oder trafen sich in Paris und sehnten sich, wenn die Abstände zwischen den Begegnungen zu groß wurden, nach Gesprächen, nach Zusammensein. Eine große freundschaftliche Liebe, die Jammern, Fürsorge, Kritik und – für den heutigen Leser – auch eine gewisse Komik einschließt.

Die Briefe werden gelesen von Birgitta Assheuer und Stéphane Bittoun, Hanne Kulessa führt in den Briefwechsel ein.

Die Lesung fand am 4. April im Frankfurter Holzhausenschlösschen statt und wurde von der Frankfurter Bürgerstiftung und der Dr. Marschner Stiftung gefördert.

Wir senden heute den 1. Teil des gekürzten Mitschnitts. Den 2. Teil können Sie am 24. September in unserer Spätlese auf hr2-kultur hören.

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