Alexander Lonquich: Schubert 1828

Nur 31 Jahre alt wurde Franz Schubert. In seinem Todesjahr 1828 komponierte er seine letzten drei Klaviersonaten. Sie gehören zu den reifsten Kompositionen Schuberts und stellen an ihre Interpreten höchste Anforderungen. Der deutsche Pianist Alexander Lonquich legt jetzt beim Label Alpha Classics eine besonders gelungene Neueinspielung dieser Sonaten vor und kombiniert sie mit den drei Klavierstücken D. 946, die ebenfalls im Todesjahr Schuberts entstanden sind.

In Alexander Lonquichs Interpretationen kann man den musikalischen Einfällen Schuberts sehr gut folgen. Lonquich gestaltet Musik wie Sprache, wie eine Rede, in der Ideen entwickelt werden, Wörter und Sätze formuliert werden. Kurze Pausen erleichtern das Verständnis, Tempo-Raffungen und Verlangsamungen heben Wichtiges hervor, lassen anderes beiläufig erscheinen. Gleichzeitig lässt Lonquich viel Raum für das Zweifelnde, das Suchende in der Musik. Schubert erscheint als Wanderer, der sein Ziel nie erreicht.

Fazit

Alexander Lonquich ist ein Philosoph unter den Pianisten. Er durchdringt die Musik nicht nur technisch und emotional, sondern auch intellektuell. Das Ergebnis ist phänomenal: verstörend schonungslos und berückend schön.

Schubert 1828
Piano Sonatas D. 958, 959, 960, 3 Klavierstücke D. 946
Alexander Lonquich
Alpha Classics (2 CDs)
Alpha 433
LC 00516

hr2-Kulturfrühstück, 7.1.2019, 06:45 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit