Philip Glass: A Descent into the Maelstrom

Abkühlung gefällig? Das Arktische Philharmonische Orchester entdeckt Philip Glass' "Maelstrom" völlig neu.

Der Maelstrom ist ein Gezeitenstrom zwischen den Lofoten-Inseln an der Küste Nord-Norwegens. Seine starken Wasserstrudel bieten ausreichend Stoff für allerhand Seemannsgarn, sind die treibenden Kräfte in Erzählungen und sogar in der „Edda“, dem berühmtesten nordischen Versepos, verewigt.

Edgar Allan Poe ließ sich inspirieren

Der norwegische Filmemacher Jan Vardøen hat Poes Geschichte letztes Jahr am Originalschauplatz verfilmt und ist bei der Suche nach einem passenden Soundtrack auf ein Stück von Philip Glass gestoßen, das sich Poes Erzählung ebenfalls zur Vorlage nimmt. Vardøen hat das Glass-Original vom Komponisten und Arrangeur Aleksander Waaktaar neu orchestrieren lassen. Waaktaar hat die neue Orchesterfassung – sozusagen – aus dem Eis gehauen. Was Glass bei seinem Original noch unter der aalglatten und eisig-gefrorenen Oberfläche verborgen hat, legt Waaktaar endlich frei und präsentiert ein instrumentales Gebirge – reich an Sehnsüchten, Gefahren, Abgründen. Da bäumen sich die Klangtexturen auf und ziehen einen hinab in die Tiefe des Maelstroms – das ist spürbare Sogkraft!

Fazit

Eine Spitzenleistung des Arktischen Philharmonischen Orchesters, das gerade einmal vor 10 Jahren gegründet wurde und sich mittlerweile als eine der größten und aktivsten Kulturinstitutionen des Hohen Nordens etabliert hat. "The Descent into the Maelstrom" ist so farbenreich, so intensiv, so gefährlich.   

A Descent into the Maelstrom
Philip Glass, Aleksander Waaktaar (Arrangement)
Arctic Philharmonic Orchestra, Tim Weiss
Orange Mountain Music

Sendung: hr2-Kulturfrühstück, 30.07.2019, 6:45 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit