CD-Tipp - Bartok - Diotima Quartett

Bartóks Streichquartette gelten als Meilensteine der Gattungsgeschichte. Das Diotima Quartett aber ist mit allen Wassern der Moderne gewaschen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Gesamteinspielung der Streichquartettwerke Bartóks kommen würde. Das Warten hat sich gelohnt!

Ruppig und zart

Die Technik des Streichquartettspiels ist von Bartók enorm weiter entwickelt worden. Ungewöhnliche Spielweisen, wie das Spiel am Steg, hat er ausartikuliert und neue Spieltechniken etabliert, allen voran das nach ihm benannte Bartók-Pizzicato. Dabei wird die Saite so stark angerissen, dass sie schnarrend aufs Griffbrett zurückschlägt.

Das aufregende Spiel des Diotima Quartetts

Impulsiv, kraftvoll und energiegeladen. Bartóks Extremspielarten werden ausgereizt, mit scharfen Kontrasten zwischen Schönklang und Schroffheit. Dabei entsteht nie ein indifferenter Mischklang, jede Einzelstimme ist prägnant herauszuhören. Immer mit intensiver Spannung und voll aufregender Klangeffekte. Mit Hochdruck gehen die Musiker in den Prestissimo-Passagen ans Werk. Die leisen Sätze präsentieren sie mit besonderer Zartheit und trotzdem voll tönend.

Fazit

Warm und füllig ist der Aufnahmeklang dieser CD, die Mikrofone sind ganz nah an den Instrumenten platziert. Als Hörer ist man immer mittendrin im musikalischen Geschehen. Mit intensiver Spannung und voll aufregender Klangeffekte: Eine der spannendsten, vielfältigsten und modernsten Interpretationen.

Béla Bartók: Intégrale des quatuors à cordes
Quatuor Diotima
Naïve

Sendung: hr2-kultur Klassikzeit, 17.5.2019, 11:30 Uhr

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