CD James Newton Howard

1816 erschien das weihnachtliche Kunstmärchen "Nussknacker und Mausekönig" von E. T. A. Hoffmann. Anfang der 1890er Jahre hat Tschaikowsky das Märchen auf die Ballett-Bühne gebracht. Und über 200 Jahre nach Hoffmanns Buch-Veröffentlichung wird Hollywood auf den Stoff aufmerksam.

Vor gut sechzig Jahren – im Jahr 1959 – hat Disney schon einmal das Experiment gewagt und den damals in Hollywood sehr gefragten Komponisten und Arrangeur George Bruns damit beauftragt, Tschaikowskys "Dornröschen"-Musik für den gleichnamigen Zeichentrickfilm zu adaptieren – mit Erfolg: Bruns konnte sich über eine Oscar-Nominierung für die beste Filmmusik freuen.

James Newton Howard, der für die Soundtracks zu "Pretty Woman" (1990), der Harry-Potter-Fortsetzung "Phantastische Tierwesen" (2016 und 2018) oder für Disneys "Dornröschen"-Remake "Maleficent" (2014) verantwortlich zeichnet, tritt also in Punkto Tschaikowsky-Adaption in große Fußstapfen. Für "Der Nussknacker und die vier Reiche" hat Howard zu einer romantischen Klangsprache – erfreulicherweise einmal jenseits der dröhnenden  Soundtracks aktueller Blockbuster – gefunden.

Tschaikowsky "reloaded"

Die ikonischen Motive aus dem "Nussknacker"-Ballett hat Howard in seine eigene Partitur eingebettet und ein homogenes Ganzes geschaffen. 20 Prozent Tschaikowsky und 80 Prozent James Newton Howard stecken in diesem Soundtrack, wie der Komponist selbst verrät. Mal denkt er Tschaikowskys Themen weiter, mal löst er seine eigene Musik in einem Tschaikowsky-Zitat auf. Das ist nie plakativ, immer aufregend und sprüht einen vorweihnachtlichen Zauber aus. Gustavo Dudamel folgt den Energien, die Howards Komposition vorgibt, balanciert zwischen Voranpreschen und Innehalten, entlockt dem London Philharmonia Orchestra satte und transparente Klänge.

Fazit

Mit neuen, spannenden Ideen angereichert und stilsicher orchestriert: Der "Nussknacker", den man so noch nicht kannte!

Der Nussknacker und die vier Reiche – Original Motion Picture Soundtrack
James Newton Howard, Peter Tschaikowsky
London Philharmonia Orchestra, Gustavo Dudamel, Lang Lang, Andrea Bocelli, Matteo Bocelli
Walt Disney Records (Deutsche Grammophon)

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