Sommernachtskonzert 2018
Park Schloss Schönbrunn beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker Bild © hr2-kultur

Anna Netrebko und die Wiener Philharmoniker, bei freiem Eintritt im Park von Schloss Schönbrunn – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber es ist wahr, hr2-Moderatorin und Musikredakteurin Imke Turner hat es selbst ausprobiert und war mit 104.500 anderen Gästen vor Ort. Ein Besucherrekord. Imke Turner schildert uns ihre persönlichen Eindrücke.

Kleine Typologie der Besucher

Vier unterschiedliche Kategorien von Zuhörern gibt es beim Sommernachtskonzert. Die VIPs, die auf Stühlen mit freiem Blick auf Bühne und Schloss Platz nehmen, die frühen Vögel, die ab dem frühen Nachmittag für die verbliebenen Platzkarten Schlange stehen, und die große Mehrheit, die es sich entweder auf der ansteigenden Wiese vor der Gloriette bequem macht – weit weg und ohne Extra-Beschallung  oder, wer näher heran möchte, der wandelt auf den Kieswegen der barocken Parkanlage. Hinsetzen unerwünscht. Aus Sicherheitsgründen.

Die Musik

Anna Netrebko beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker
Anna Netrebko beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker Bild © picture-alliance/dpa

Eine Italienische Nacht versprach das Programm: Verdi, Puccini, Mascagni und Leoncavallo gab’s zu hören, und zwei Russen mit italienischen Sujets. Tschaikowsky und Prokofiev. Letzterer sorgte mit einem rumpelnden Satz aus Romeo und Julia für einige erfrischende Dissonanzen im ansonsten süffigen Gala-Programm. Das am Ende mit Julius Fucik und Johann Strauß noch einen Hauch Neujahrskonzert in den Sommerabend brachte.

Ein Geschenk an die Wienerinnen und Wiener und an alle, die klassische Musik lieben ist das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker, in diesem Jahr das 15. seiner Art. Doch so ganz uneigennützig wird das Ganze nicht sein, bei Fernsehübertragungen in fast 90 Länder und anschließender CD- und DVD-Vermarktung.

Weitere Informationen

Sommernachtskonzert 2018

Wiener Philharmoniker, Anna Netrebko, Valery Gergiev
Sony 19075833992 / LC 06868

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Audiobeitrag
Blick auf die Bühne vor dem Schloss Schönbrunn während des Generalprobe des Sommernachtskonzerts

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Imke Turner über den "Abend im Park, die entspannte Stimmung und die geradzu märchenhafte Kulisse."

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Ein Geschenk ist das allemal, denn die Wiener Philharmoniker nehmen auch solch ein Platzkonzert ernst. Sie spielen mit Hingabe, mit Präzision, mit Wucht. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig, schließlich steht kein Geringerer als Valery Gergiev am Pult.

Fazit

Man hört erstaunlich gut im Park, wenn nicht gerade Leute auf den Kieswegen vorbei schlendern. Die Beschallung ist vorzüglich, nur der Fern-Effekt in Verdis Triumphmarsch, für den zwei Trompeter extra das Dach von Schloss Schönbrunn erklommen haben, der geht natürlich unter.

Besser hört man freilich auf dem CD-Mitschnitt die musikalischen Feinheiten. In Erinnerung bleibt der Abend im Park, die entspannte Stimmung trotz der drangvollen Enge, und die geradezu märchenhafte Kulisse von Schloss Schönbrunn, das mit Einsetzen der Dämmerung in immer wechselnde Farben getaucht wird. Insofern würde ich fast dazu raten, auf die Veröffentlichung der DVD Anfang Juli zu warten.

Vorgestellt von Imke Turner

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 26.06.2018, 07:50 Uhr

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