Bill Callahan

Früher veröffentlichte der US-Songschreiber Bill Callahan unter dem Namen SMOG karge Lo-Fi-Musik. Nach sechs Jahren Pause meldet sich Callahan aus dem Familienleben zurück – mit beseelten Folksongs, die umarmen.

Musikkritiker geraten bei Bill Callahans hingetupften Folk-, Country-, und Jazzvignetten regelmäßig in Verzückung. "Shepherd in a Sheepskin Vest", das neue, zwanzigste Album des Singer/Songwriters aus Austin, Texas, bildet da kein Ausnahme. Sechs Jahre sind seit seinem letzten regulären Album "Dream River" vergangen – und etwas hat sich seither verändert.

Eine einfache Schafsweste genügt dem Wolf heute

Callahan, der einsame Wolf, der früher nächtliche Highways und das Alleinsein in der Natur besang, hat zwischenzeitlich geheiratet und ist Vater geworden. Auch darin findet der Musiker dankbare Themen. Mit feinem Sprachwitz und Zärtlichkeit besingt er sein Familienleben. Und nichts ist zu klein oder alltäglich, um darin nicht doch noch eine große Weisheit zu finden. Herkömmliche Strophe-Refrain-Strukturen hat Bill Callahan schon lang hinter sich gelassen. Wie auf allen seinen jüngeren Alben tasten er und seine Mitmusiker (darunter der kongeniale Multiinstrumentalist Brian Beattie, Gitarrist Matt Kinsey und Steel-Gitarrist Gary Newcombe) sich entlang der Geschichten, die Callahan mit warmem Bariton erzählt.

Fazit

Ein Album voller Erfahrungen, Schnappschüsse und Einsichten - sinnlich umgesetzt und warm wie ein Sommerabend.

Bill Callahan:
Shepherd in a Sheepskin Vest
Drag City / H’Art

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 11.7.2019, 7:45 Uhr

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