Daniel Lozakovich
Daniel Lozakovich: Analytische Präzision im Spiel Bild © Alpimages Thomas Roulin

Der junge Geiger Daniel Lozakovich ist ein Ausnahmetalent. Gerade hat er als Solist zwei Japan-Konzerte des hr-Sinfonieorchesters bestritten. Nun erscheint das Debüt-Album des 17-Jährigen: Bach mit beachtlicher analytischer Präzision.

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Daniel Lozakovich - Bach: Violinkonzerte & Partita Nr. 2

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gestalterisch und technisch beachtlich - Imke Turner über das Debüt-Album

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Johann Sebastian Bach wird gerne auch als "ABC eines jeden Musikers" bezeichnet. Es gilt in jedem Fall für die Solo-Partita in d-moll, die mit der wahnsinnig langen Chaconne eine extreme Anforderung an jeden Geiger stellt hinsichtlich Kraft, aber auch Gestaltungsvermögen, um den großen Bogen zu schlagen und die Zuhörer bei der Stange zu halten. Daniel Lozakovich kann solo seine enorme technische Brillanz freier ausspielen, er lässt seine Stradivari blühen, taucht ganz ein und entfaltet einen unglaublichen Sog, gerade bei der Chaconne.

Die Violinkonzerte

Niemand mag Bach heute wie vor 50 Jahren, mit dickem Ton und großen romantischen Bögen. Hier allerdings liegt zuviel Gewicht auf der Eins, denn auch Bachs Musik geht in Phrasen über mehrere Takte, das aber wird erst deutlich, wenn Schwerpunkte unterschiedlich betont werden. Bei Lozakovich klingt es darum manchmal wie Bach an der kurzen Leine, als traue er sich nicht, wirklich loszulassen. Vielleicht harmoniert das Zusammenspiel mit dem BR-Sinfonieorchester nicht optimal, gut möglich aber auch, dass er es genauso will! Denn eines seiner Vorbilder, Glenn Gould, hat Bach auch eher strukturell analytisch gespielt.

Weitere Informationen

Johann Sebastian Bach: Violin Concertos Nos. 1 & 2, Partita No. 2 in D Minor

Daniel Lozakovich
Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Deutsche Grammophon

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Fazit

In jedem Fall ist es Geschmacksache und meckern auf hohem Niveau, denn technisch und gestalterisch ist Daniel Lozakovich ganz vorne mit dabei.

Vorgestellt von Imke Turner

Sendung: hr2-kultur, Klassikzeit, 12.6.2018, 11:30 Uhr

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