CD-Tipp - Johann Johannsson - Retrospective I

Im Februar des vergangenen Jahres starb der Komponist Jóhann Jóhannsson im Alter von 48 Jahren. Immer auf der Suche nach neuen Klängen und Sounds hat er die zeitgenössische Komponistenszene stark beeinflusst. "Retrospective 1" heißt der erste Teil einer umfassenden CD-Edition, die nun bei Deutsche Grammophon erscheint. Zu hören sind Kompositionen, die teilweise erstmals auf CD vorliege

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Jóhannsson wurde mit dem Golden Globe für die Musik zum Film "Die Entdeckung der Unendlichkeit" ausgezeichnet und war zwei Mal für den Oscar nominiert ("Die Entdeckung der Unendlichkeit" und "Sicario"). "Retrospective 1“, die erste Ausgabe, widmet sich den frühen Werken Jóhannssons. Zu hören sind Kompositionen, die lange vor seinem Durchbruch in Hollywood den Ruhm des isländischen Komponisten und Musikers begründen – u.a. die Soundtracks zu den Dokumentarfilmen "White Boy Black", "The Miners‘ Hymns" und "Copenhagen Dreams".

Komponieren im 21. Jahrhundert

Diese und andere ausgewählte Kompositionen tragen alle die unverkennbare DNA Jóhannssons in sich: klassischer Minimalismus, elektronische Sounds, Alltagsgeräusche, ein breit gefächertes Instrumentarium, Analoges und Digitales. Jóhannssons Musik wirkt subkutan, sie gibt nichts vor und zwingt nichts auf. Sie mag manchmal distanziert, kühl scheinen - und vielleicht gerade deswegen kann sie Dinge sinnlich erfahrbar machen, die nicht in Worte zu fassen sind.

Fazit

Nicht viele zeitgenössische Komponisten haben der Szene eine so starke Richtung gegeben und Klischees hinterfragt wie Jóhann Jóhannsson. Auf die Fortsetzung dieser Retrospektive darf man gespannt sein – viel zu entdecken gibt es allemal!

Sendung: hr2-kultur Kulturfrühstück, 14.5.2019, 6:45 Uhr

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