Estonian National Symphony Orchestra, Dana Zemtsov: Essentia

Zurück zu den Wurzeln, zu dem, was uns als Mensch ausmacht. Das zu ergründen ist das Anliegen eines neuen Albums mit dem Titel "Essentia". Gut eine Stunde spielt das Estnische Nationalorchester unter der Leitung von Daniel Raiskin zusammen mit der jungen Bratschistin Dana Zemtsov Werke von Niccolò Paganini, Béla Bartók und Ernest Bloch.

Eine scheinbar kunterbunte Mischung. Doch die Komponisten haben eines gemeinsam: Sie alle übertragen die kulturellen, religiösen oder gesellschaftlichen Eigenheiten ihres Heimatlandes in die musikalischen Strukturen ihrer Stücke. Wo Bloch noch Bilder eines chassidischen Lebens, eines frommen jüdischen Lebens, zeichnet, führen uns die Musiker mit Paganinis Werk zum venezianischen Karneval. Dana Zemtsov gelingt es, ihrer Viola sowohl ganz zärtliche Klänge zu entlocken, als auch im nächsten Moment wieder mit voller Kraft in die Saiten zu gehen. Doch auch bei den ruhigeren, sanften Passagen ist ihre Sprache nicht verhalten, sondern durchweg klar, direkt und wahrhaftig.

Fazit

Genauso ehrlich und lebendig wie Dana Zemtsov vom Cover der CD lächelt, ist auch die Musik. Mal sanft, mal wild. Erst andächtig und dann wieder voller Lust. Wie mit Blick auf die Gegenwart macht "Essentia" deutlich: Unsere Welt ist näher zusammengerückt. Doch egal wo man hingeht, die eigene Essenz bleibt.

Essentia
Estonian National Symphony Orchestra, Daniel Raiskin (Dirigent), Dana Zemtsov (Viola)
Channel Classics

hr2-Klassikzeit, 22.01.2019, 10:30 Uhr

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