CD-Tipp - Vaughan Williams - Sinfonien Nr. 7 & 9

Der Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie, Andrew Manze, hat alle neun Sinfonien des englischen Komponisten Ralph Vaughan Williams mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra eingespielt. Frostig schön!

Antarktisch!

Die Sinfonien Nr. 9 und Nr. 7, die "Sinfonia antartica", sind jüngst auf CD erschienen und schließen den großen Vaughan-Williams-Zyklus ab. Andrew Manze lässt es ordentlich krachen. Unter Paukenwirbel scheinen sich massive Eisschollen in Bewegung zu setzen. Darüber schießen scharfe Töne aus dem Blech, türmen sich auf zu einem unbezwingbaren Berg aus Eis. Das ist pure Naturgewalt, die Vaughan Williams hier in Musik gegossen hat und die ja geradezu nach der großen Leinwand schreit.

Energisch, aber auch raffiniert

Tatsächlich hat Vaughan Williams seine Filmmusik zu "Scott of the Antarctic" (1948) zu einer Sinfonie umgearbeitet. Fünf Sätze, pralle Orchester-Besetzung, mit Orgel, Windmaschine, Gong und allem, was ordentlich Krach macht. Die ganzen klanglichen Raffinessen im archaischen Partitur-Gebirge der "Sinfonia antartica" bezwingt Manze mit unglaublicher Energie, spielt die Effekte kalkuliert, aber gleichzeitig auch unberechenbar aus. Und er weiß auch, auf sublime Art mit den Widerständen der Sinfonie Nr. 9 umzugehen.

Fazit

Ein strahlendes Polarlicht unter den Vaughan-Williams-Einspielungen und ein Muss für alle Kopfkino-Liebhaber.

Sendung: hr2-Kulturfrühstück, 19.06.2019, 6:45 Uhr

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