CD-Tipp - LowBb Bassoon Cluster

So werden Fagotte gern mal in Musikerwitzen bezeichnet. Die vier Fagottisten vom Ensemble "Low Bb Bassoon Cluster" spielen damit, entlocken ihren Instrumenten aber auch fantastische, überraschende Töne! Tatsächlich sticht das röhrenartige, gut 1,20 Meter lange Fagott schon rein optisch unter den Holzblasinstrumenten heraus – während es klanglich eher bescheiden im Hintergrund agiert. Umso bemerkenswerter, wenn vier Fagottisten neue Kompositionen beauftragen, die das Bassinstrument einmal in all seiner klangfarblichen Vielseitigkeit in den Vordergrund rücken. "LowBb Bassoon Cluster" heißt die Formation, stammt aus Italien und hat nun seine erste CD herausgebracht.

Große Bandbreite

Die Bearbeitung des Largo-Satzes aus Vivaldis Fagottkonzert in F-Dur ist das einzige bekannte Stück auf ihrer neuen CD. Alle übrigen Werke wurden eigens für ihr Ensemble neu komponiert. Beim meditativen "Madrigale" hat sich der Komponist Marco Betta an frühbarocken Vokalstücken orientiert. Ganz anders, das kleine Divertimento "Ance oscure": es verstrickt die Instrumente in einen temporeichen Disput – und hebt in den pochenden Staccatotönen zugleich die humorige Seite des Fagottinstruments. Hier wird fast nachvollziehbar, warum das Fagott in Musikerwitzen gern als "furzender Bettpfosten" bezeichnet wird. Dass die vier vom Ensemble "Low Bb Bassoon Cluster" aber auch ganz anders können, zeigen sie in dem avantgardistischen Stück "Four by four", das in Vierteltönen viele Reibungsflächen bietet.

Fazit

"Fagottissimo pur!" Das Quartett "LowBb Bassoon Cluster" paart Virtuosität mit fein austarierter Klangbalance – und zeigt das Begleitinstrument Fagott in all seiner charaktervollen Vielseitigkeit.

LowBb Bassoon Cluster
Stradivarius

Sendung: hr2-kultur Klassikzeit, 20.5.2019, 10:30 Uhr

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