Luke Howard
Luke Howard Bild © Mercury

"Ich habe immer gedacht, die Zeit wäre ein Dieb. Aber jetzt weiß ich, dass sie gibt, bevor sie nimmt und jeder Tag ist ein Geschenk. Jede Stunde. Jede Minute. Jede Sekunde." Diese Weisheit hat Lewis Carroll seiner Alice im Wunderland in den Mund gelegt. Dass Zeit ein Geschenk ist und dass sie es wert ist, sich an sie zu erinnern, das ist auch die Erkenntnis von Komponist Luke Howard. In seiner "Open Heart Story" wirft er einen Blick zurück und wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Klassik und Elektronik. Seine Erinnerungen setzt er in berührende Klänge um - ohne dabei sentimental zu werden.

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Luke Howard: "Open Heart Story"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Erstaunlich ist, dass hier nichts verschwimmt. Der Sound ist transparent." Nick Sternitzke über Howards CD

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Mit einem "Prelude for a Single Voice" eröffnet Luke Howard sein neues Album. Das klingt einfach, fast schon kindlich. Die melodischen Läufe lassen erahnen, nach welchem musikalischen Vorbild der Australier schielt: Das Prelude erinnert stilistisch an Johann Sebastian Bach. Howard schöpft seine Ideen aber nicht nur aus der Vergangenheit. Neben Bach verehrt er auch den japanischen zeitgenössischen Komponisten Ryūichi Sakamoto – eine Ikone des Elektro-Pop. Sakamoto hat viele seiner Kompositionen für Synthesizer geschrieben. Howards Stück "Remembering my Childhood" ist unverkennbar eine Hommage an Sakamoto: eine Musik mit Retro-Charme. Die diffuse Elektronik am Anfang des Stücks wird konkreter, die Instrumentierung transparenter – so wie eine Erinnerung, die behutsam zurückkommt.

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Open Heart Story

Luke Howard
Mercury Classics (Universal Music)
Bestell-Nr. 00602567041542

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Fazit

Mit seinem neuen Album steht Luke Howard auf einer Linie mit Max Richter, Jóhann Jóhannsson und James Horner. Ihre Gemeinsamkeit: Sie loten mit ihrer Musik die Grenzen von Genres aus, um sie schließlich zu überwinden. Alles verschmilzt miteinander: Klassik und Pop, Vergangenheit und Gegenwart. "Open Heart Story" wirft einen Blick in die Vergangenheit und gießt Howards Erinnerungen in emotionale, ruhige Klänge. Von diesem Aufsteiger möchte man unbedingt mehr hören!

Vorgestellt von Nick Sternitzke

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 24.5.2018, 6:45 Uhr

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