Cover "Hostiles OST" Max Richter
Das Cover des Soundtracks zu "Hostiles" von Max Richter Bild © Deutsche Grammophon (Universal Music)

Wer bei einem Western-Soundtrack auf ein musikalisches Comeback von Elmer Bernsteins "Die glorreichen Sieben“ oder Ennio Morricones "Spiel mir das Lied vom Tod“ hofft, wird erstaunt sein. Western geht auch anders.

Max Richter geht einen neuen musikalischen Weg im Western-Kino. Von scheppernden Gitarrenklängen, Blockflöten, die wie Präriehunde jaulen oder von Maultrommel und Mundharmonika ist in Richters Western-Score kaum etwas übrig geblieben.

Dunkle Klänge

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Cover "Hostiles OST" Max Richter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Atmosphärisch, dicht und emotional", nennt unser Musikkritiker Nick Sternitzke das Album

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Die Musik des britischen Komponisten klingt düster, ist sehr zurückgenommen: elegische Klangflächen, vereinzelt durchdrungen von Perkussion-Elementen. Die Musik kratzt nicht an der sandigen Oberfläche der Einöde, sie geht viel tiefer und legt die Abgründe der Figuren offen. Die Landschaft ist eine weitere Hauptperson im Film. Ihr gibt der mehrfach ausgezeichnete Komponist enorm viel Raum, um die Einsamkeit und die Rauheit der Natur atmosphärisch und dicht aufzuladen. Wenn sich in dem Titel „Something to give“ dann auch die London Singers über die anschwellenden Streicherklänge erheben, entwickelt die Musik einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann.

Beachtet man die dichte Veröffentlichungs-Liste des britischen Komponisten beim gelben Label, mag es doch erstaunen, dass sich Quantität und Qualität die Waage halten. Max Richter bleibt seinem Kompositionsstil stets treu. Er kopiert nicht. Diese Western-Musik ist frei von Klischees.

Weitere Informationen

Hostiles (Original Motion Picture Soundtrack)

Komponist: Max Richter
Interpreten: Air Lyndhurst Orchestra / London Voices
Verlag: Deutsche Grammophon
LC: 00173
Bestellnummer: 00028947998655

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Fazit

“Hostiles“ ist ein großartiges Klanggemälde. Max Richter benutzt einen breiten Pinsel, der auch ohne den zugehörigen Film weite Prärie-Landschaften vor dem geistigen Auge erstehen lässt: atmosphärisch dicht und mit großer emotionaler Wirkung.

Vorgestellt von Nick Sternitzke

Sendung: hr2-kultur, hr2-Kulturfrühstück, 09.02.2018, 08:45

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