Faure-Quartett
Faure-Quartett Bild © Berlin Classics

1874 hat Modest Mussorgski seinen Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung" komponiert, Musik mit großem Potential, wie sich ein paar Jahrzehnte später herausstellen sollte. Wer sich jetzt an Mussorgskis Werk wagt, der muss sich schon etwas Neues einfallen lassen, etwas Originelles. Dem Fauré-Quartett ist das gelungen.

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Faure-Quartett

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Wie mystische Nebelschwaden, die das alte Gemäuer umgeben!"

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Das renommierte Kammermusikensemble hat den Zyklus in einer ganz eigenen Fassung eingespielt: für Klavier, Geige, Bratsche und Cello. Die Hexenhütte der Baba Yaga? Ein höllischer Klang jagt den nächsten. Es liegt Spannung in der Luft. Zuerst fahles Tremolo, dann die harten Akzente im Klavier. Schroff und ohne Gnade. Ein transparenter und durchdringender Sound.

Farbenreichtum der "Bilder"

So hat man Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" noch nie gehört. Das Fauré-Quartett liefert endlich mal eine frische Alternative zu der oft gehörten Orchesterfassung von Maurice Ravel. Ein Mittelding also, das zwischen Mussorgskys originaler Klavierfassung und der satten Bearbeitung für Orchester oszilliert. Da frage ich mich: Kann das denn gut gehen? Nachdem ich die CD gehört habe, kann ich sagen: Ja. Bei diesem grandiosen Arrangement geht nichts verloren.

Vielleicht kann man das mit der Malerei ganz gut vergleichen: Ich kann satte Ölfarben für ein Bild verwenden. Dasselbe Motiv kann ich aber auch genauso mit Aquarellfarben malen. Der Charakter ist ein anderer, aber der Farbenreichtum – der ist derselbe. Mit der Bearbeitung für Klavierquartett von Pianist Dirk Mommertz und seinem Lehrer Grigory Gruzman ist das genauso. Gemeinsam mit der Geigerin Erika Geldsetzer, dem Bratschisten Sascha Frömbling und dem Cellisten Konstantin Heidrich bricht ersterer gerne mit Klischees, hinterfragt und interpretiert völlig neu. Mit Neugier und einer großen Portion Kreativität verlassen die vier Musiker ausgetretene Pfade.

Weitere Informationen

Fauré Quartett – Pictures at an Exhibition

Berlin Classics
LC 06203
Bestellnr. 8326722

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Fazit

20 Jahre musizieren die vier nun schon zusammen. Sie verstehen sich blind. Die Bilder ihrer Ausstellung sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Das ist mehr als nur einen Blick oder ein kurzes Hinhören wert!

Vorgestellt von Nick Sternitzke

Sendung: hr2-kultur, Klassikzeit, 24.9.2018, 11:30 Uhr

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