Gioachino Rossini, 1865

Rossini ohne Worte? Raphaela Gromes lässt ihr Instrument sprechen! Gromes atmet, phrasiert, als würde sie mit ihren Cello-Koloraturen Worte formen – mal temperamentvoll, mal von sensibler Eindringlichkeit. Nicht weniger lust- und temperamentvoll beim Musizieren geben sich das WDR-Funkhausorchester und sein Dirigent Enrico Delamboye. Sie entdecken neue Feinheiten und halten sich Rossinis Musik mit kleinen Temporückungen und überraschenden Akzenten frisch, spielen durchweg interessant, spannend.

Das Rossini-Album von Raphaela Gromes ist ein Projekt, das von langer Hand geplant werden musste: Für das Titelstück ihrer neuen CD, "Hommage à Rossini" von Jacques Offenbach, ist die Cellistin auf musikarchäologische Spurensuche gegangen. Die originale Partitur war nämlich lange wie vom Erdboden verschluckt. Die Suche führte Gromes tief in die Abgründe der Archive, kostete Geduld und Schweiß. Nach zwei Jahren intensiver Fahndung konnte sie die Suche erfolgreich beenden. Mehr als 170 Jahre nach der Uraufführung und einem ebenso langen Dornröschenschlaf kann das Werk des Cellisten und Rossini-Verehrers Jacques Offenbach also wieder erklingen.

Fazit

Gleichsam der Stimme einer Sängerin erhebt sich der Klang des Cellos über das Orchester. Das ist vor allem das Verdienst von Julian Riem, der die Arien und Lieder arrangiert hat und Gromes zugleich auch bei einigen Rossini-Liedern am Klavier begleitet. Raphaela Gromes liefert Belcanto-Kultur par excellence – und eine Liebeserklärung an Rossini. 

Jacques Offenbach
Hommage à Rossini, Fantaisie pour violoncelle et orchestra
Raphaela Gromes – Hommage à Rossini
Sony Classical

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