Nuove Invenzioni
Nuove Invenzioni Bild © Sony

Hoppla, was ist das denn? Eben noch glaubte man sich sicher in den Armen des Frühbarock. Eine einsame Laute präludiert so für sich hin, wie es der Kunst jener Zeit entspricht. Und im nächsten Moment wird ein Stück Jazz daraus.

Nuove Invenzioni – neue Inventionen heißt das Album, und die beste Nachricht ist: es ist kein einziges Stück von Bach darauf zu finden. Das hat es jetzt wirklich oft genug gegeben, verjazzten Bach. Im Gegenteil. Weitgehend unbekannte Stücke bilden hier die Vorlage, so dass der Wiedererkennungseffekt ausfällt. Das Alte und das Neue können sich auf Augenhöhe begegnen.

Ganz herkömmlich beginnt das Album, mit einer Intrada von Pavel Josef Vejvanovsky. Musik, bei der das Ensemble Concerto Stella Matutina ganz zu Hause ist. Immer wieder Vorbach‘sche Musik steht nämlich auf den Programmen des jungen Ensembles aus Vorarlberg, das so heißt wie das Gebäude, in dem die meisten seiner Mitglieder ihr Studium absolviert haben.

Begegnung auf Augenhöhe

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Nuove Invenzioni

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Eine abenteuerlichen Reise durch die Welten des Klangs, der Improvisation, der ewig sich erneuernden Kraft der Musik." (Imke Turner)

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Sie sind allesamt Spezialisten in historischer Aufführungspraxis, aber nicht beschränkt auf die Alte Musik. Ideenreich und behutsam ühren Sie die Musik von Foscarini, Frescobaldi und Rittler in andere Sphären. Dabei spielt natürlich die Improvisation eine große Rolle, zu allen Zeiten Ausweis größter Kunst eines Musikers und prägendes Element des Jazz. Und hier kommt Herbert Walser-Breuß ins Spiel, Trompeter von Stella Matutina und gleichzeitig Trompeter in einem Jazzquartett. In seiner Spielweise lässt er manchmal an Miles Davis denken. Seine Idee war es, die beiden Welten zusammen zu bringen.

Eine Begegnung auf Augenhöhe. Hier wird die Barockmusik nicht als bloße Themenquelle ausgeschlachtet, hier wird das Entwicklungspotenzial dieser Musik ausgelotet. Und andersherum fügt sich die einzige originäre Jazzkomposition ganz organisch ins Programm und offenbart ihre barocke Grundierung.

Stargast ist der norwegische Lautenist Rolf Lislevand

Stargast dieses Projektes ist der norwegische Lautenist Rolf Lislevand. Auch er ein ausgewiesener Barockspezialist und auch er ein großer Freund von Ausbrüchen aus der strengen Partitur. Er fügt sich ganz harmonisch ein ins Ensemble, bekommt nicht mehr solistische Aufgaben zugewiesen als andere, bricht aber mit ihnen gemeinsam auf zu dieser abenteuerlichen Reise durch die Welten des Klangs, der Improvisation, der ewig sich erneuernden Kraft der Musik.

Weitere Informationen

Nuove Invenzioni

Rolf Lislevand, Concerto Stella Matutina
Sony 19075827802 / LC 06868

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Vorgestellt von Imke Turner

Sendung: hr2-kultur, Sendung,28.06.2018, 07:45 Uhr

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