CD-Tipp - Sachi Nagaki - Hommage a Clara Schumann

Eine etwas andere Geburtstagsständchen-Idee hat die japanische Pianistin Sachi Nagaki: Sie gratuliert der großen Künstlerin mit Werken von Johannes Brahms.

Alle Stücke haben direkt oder indirekt einen Bezug zu seiner Freundin Clara Schumann. Wie das Thema aus dem Streichsextett in B-Dur, das Johannes Brahms zu Clara Schumanns  41. Geburtstag komponiert hat. Mehrere Variationen für Klavier hat er daraus entwickelt. Zwei Pianistenhände müssen hier zwölf Streicher-Hände ersetzen – und dabei ganz schön weit greifen.

Auffallend riesige Hände

...hatten weder Brahms noch Clara Schumann. Aber offenbar hatten sie eine ausgezeichnete Technik, ihre Finger weit genug zu dehnen. Das beherrscht auch Sachi Nagaki, die das sprunghafte Geburtstagsständchen jetzt für ihre neue CD "Hommàge à Clara Schumann" eingespielt hat. Die Spreiztechnik kommt ihr auch bei der "Chaconne" aus der zweiten Partita in d-Moll zugute.

Enge Freundschaft

Über die private Beziehung zwischen Brahms und Clara Schumann kann man nur spekulieren – für ihre künstlerische Freundschaft aber finden sich viele Belege. Clara Schumann war oft die Erste, die seine Werke zu Gesicht bekam, bevor er sie in den Druck gab. So auch bei den Fantasien Opus 116: Für sie, wie sie im Tagebuch notiert, eine "Quelle von Genuß, Alles, Poesie, Leidenschaft, Schwärmerei, Innigkeit, voll der wunderbarsten Klangeffekte". Genau diese Klangeffekte arbeitet nun auch Sachi Nagaki farbenreich heraus.

Fazit

Auch wenn nicht immer drin ist, was drauf steht: Sachi Nagaki bringt Clara Schumann zum 200. Geburtstag ein stimmungsvolles Ständchen.

Hommàge à Clara Schumann
Sachi Nagaki
Ars

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 11.9.2019, 6:50 Uhr

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