Orchester Tempesta di mare
Sturm am Meer: Das US-amerikanische Orchester Tempesta di mare Bild © Tempesta di mare

Jahrhundertelang wurde er in der Musikwissenschaft lapidar als "Vielschreiber" abgetan. Doch spätestens, seit originalklangbewegte Musiker die Klassikbühnen mit historischen Instrumenten erobert haben, wurde Georg Philipp Telemann wiederentdeckt und rehabilitiert - jetzt sogar von US-Amerikanern!

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Cover Telemann

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Immer wieder kommen hier Solisten zu Wort" Ursula Böhmer über die CD

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Viel geschrieben hat er allerdings, denn Telemann war äußerst fleißig: Mehr als 3600 Werke stammen aus seiner Feder – darunter Suiten für Orchester, in denen es auch Solo-Partien gibt. Drei dieser Konzertsuiten hat nun das Ensemble "Tempesta di mare Philadelphia Baroque Orchestra & Chamber Players" eingespielt – eine Entdeckung!

Immer wieder kommen hier Solisten zu Wort. Und dazu zählen nicht nur die obligatorischen Melodieinstrumente wie Blockflöte und Geigen. Auch Celli und Fagotte bekommen ihren großen Auftritt – also die sogenannten "Basso continuo"-Instrumente. Die hatten sich zu barocken Zeiten normalerweise brav in den Schatten der Melodieinstrumente zu stellen und ihnen mit ihren Basslinien bildhaft den roten Teppich auszurollen. Telemann stellt sie hier mal ins Rampenlicht.

Weitere Informationen

Telemann: Concerti en Suite

Tempesta di Mare; Philadelphia Baroque Orchestra & Chamber Players;
Gwyn Roberts; Richard Stone; Emlyn Ngai
Label: Chandos

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Stilistisch mischt Telemann hier Elemente der französischen, italienischen und deutschen Musiksprachen zusammen. "Vermischter Geschmack" nannte man das im Fachjargon. Auch andere Barockkomponisten haben das damals gern gemacht - aber Telemann bringt zusätzlich noch die polnische Klangsprache mit ein. Telemann spricht also sozusagen "deutitalfranzolnisch" in seiner Musik

Fazit

Ein klangsprachlich vielseitiger, fröhlich-frischer Hörgenuss, Telemann spricht in seiner Musik fließend italienisch, französisch und polnisch – und findet im amerikanischen Ensemble fulminante Dolmetscher.

Vorgestellt von Ursula Böhmer

Sendung: hr2-kultur, Klassikzeit, 4.7.2018, 10:30 Uhr

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