Pianistin Yaara Tal

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Am 13. September jährt sich der 200. Geburtstag von Clara Schumann, eine der bedeutendsten Musikerinnen des 19. Jahrhunderts. Ein Anlass zum Feiern - auch für die Pianistin Yaara Tal.

Clara Schumann
Clara Schumann Bild © hr

"Love? Homage to Clara Schumann" heißt das neue Album der Pianistin Yaara Tal, mit Werken der Jubilarin, aber auch von engen Musikerfreunden wie Theodor Kirchner und Johannes Brahms.

Im Laufe ihrer "Homage to Clara" ist Yaara Tal auch mit ihrem langjährigen Klavierduo-Partner Andreas Groethuysen zu hören, in den "Variationen über ein Thema von Robert Schumann" für Klavier zu vier Händen, die Brahms 1861 Julie Schumann gewidmet hat.

hr2-kultur: Love – mit einem großen Fragezeichen, heißt ihre Hommage an Clara Schumann. Warum das Fragezeichen?

Yaara Tal: Clara Schumann steht im Mittelpunkt dieses Liebesgeflechts. [...] Und um dieses Geflecht ging es mir. Und wenn der Titel einfach so "Liebe" wäre [...] wäre das so affirmativ "ja, ok, es geht um die Liebe", aber die Liebe mit Fragezeichen sagt "aha, ist das eine Liebe? Oder in dem Fall war das eine Liebe? Oder was für eine Liebe war das?" Und das ist die Frage, die mich interessiert, nicht nur auf dieser CD, sondern überhaupt im Leben.

Auf der CD gibt es Komponistennamen, die man kennt. Clara Schumann selbst, natürlich, und Johannes Brahms. Aber Julie von Webenau kennen die meisten vielleicht nicht. Wer ist sie? Warum ist sie auf dieser CD?

Tal: Julie von Webenau war selbst eine Komponistin und Pianistin. [...] Op. 25 von ihr ist Robert Schumann gewidmet und das hat mich interessiert. 1838/ 39... in der Zeit war er eigentlich schon mit der Clara liiert oder sogar heimlich verlobt. Und dann hab ich gesucht, in den Tagebüchern von Schumann, wollte gucken, ob diese Webenau erwähnt ist und tatsächlich schreibt er: "Die Webenau liebt mich."

Hört man Stücke von Clara Schumann, ist man schnell geneigt zu sagen, dass es Ähnlichkeiten mit der Musik Robert Schumanns gibt. Trifft das so zu?

Tal: Ich glaube, es wird wahnsinnig schwer [...] zu schauen, wer hat auf wen Einfluss genommen. Sie war aber eine sehr eigenständige junge Frau und sie wusste schon, was sie konnte. [...] Sie hat eine sehr eigenständige Sprache, sie ist zum Teil sehr modern, weil sie die Phrasen zum Beispiel wahnsinnig verkürzt. [...] Das ist eigentlich eine Komponierweise, die erst viel viel später Einzug genommen hat.

Sendung: hr2-Klassikzeit, 06.08.19, 11.30 Uhr

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