Konzert Enemy / German All Stars / Cross Currents Trio

50. Deutsches Jazzfestival Frankfurt
Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2019 - Tag 2 - Holand Hussein Potter
Frankfurt am Main
hr-Sendesaal
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt am Main

Ein spektakuläres Klaviertrio, eine eigens zusammengestellte Formation deutscher Instrumentalist*Innen und ein weltumspannendes Projekt werden am ersten Abend im hr-Sendesaal präsentiert.

Enemy

Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2019 - Tag 2 - Enemy

Der britische Pianist und Keyboarder Kit Downes liebt das Spiel in Trio-Formationen und begeisterte z.B. mit der dreiköpfigen Band “Troyka” schon vor sechs Jahren das Publikum beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt, damals ausschließlich an der Orgel. „Enemy“ ist der bislang aktuellste Trio-Streich des umtriebigen Musikers, zusammen mit seinem Landsmann James Maddren an den Drums und dem schwedischen Bassisten Frans Petter Eldh. Und hier erleben wir Kit Downes als Spieler am akustischen Piano - und als Musiker, der sich in den letzten Jahren beeindruckend weiter entwickelt hat. Auf ihrer Debüt-CD präsentieren die drei Ausnahmeinstrumentalisten eine ganz eigene und eigenwillige Interpretation von modernem Jazz. Häufig expressiv und komplex und von wahnwitzigen Grooves und ungeraden Metren vorwärtsgetrieben, gibt es aber auch Inseln voller Melodienseligkeit und von berückender Schönheit und Intensität.

Individuelle Erfahrungen

Alle drei bringen in dieses Projekt ihre vielfältigen individuellen Erfahrungen mit ein. So veröffentlichte Kit Downes im vergangenen Jahr beispielsweise die Solo-CD „Obsidian“, bei der er für drei verschiedene Kirchenorgeln komponierte und auf ihnen improvisierte, sich dabei nach eigenen Worten auch von der farbenreichen Musiksprache eines Olivier Messiaen inspirieren ließ.

Bassist Frans Petter Eldh, geboren in Göteborg, bereichert seit 10 Jahren von Berlin aus die Jazz-Szene, spielte bei Django Bates, Marius Neset und der höchst erfolgreichen Formation „Schneeweiss und Rosenrot“. Mit deren Sängerin Lucia Cadotsch arbeitet der Bassist mit dem mächtigen Ton auch heute wieder in einem Trio zusammen und spielt außerdem mit Kaja Draksler und Christian Lillinger.

James Maddren erlernte das Schlagzeugspiel u.a. bei Jim Hart und Martin France, war lange Mitglied im britischen National Youth Orchestra und später in den Bands von Gwilym Simcock und Ivo Neame. Sein polyrhythmisches Spiel ist verwirrend, faszinierend und zieht den Zuhörer in einen geradezu hypnotischen Sog.

Gemeinsam werden die drei vielfach preisgekrönten Musiker beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt sicherlich ein wahres Feuerwerk abbrennen und ein weiteres faszinierendes Beispiel für die aktuell überaus lebendige und kreative britische Jazzszene liefern.

Kit Downes | Piano
Frans Petter Eldh | Bass
James Maddren | Drums

German All Stars

Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2019 - Tag 2 - Eva Kruse

Headliner des 1. Deutschen Jazzfestivals, Pfingsten 1953 im Frankfurter Althoff-Bau, waren die Deutschen All Stars, ermittelt durch eine Umfrage nach den besten Instrumentalisten in der Jazzbeilage der Zeitschrift „Gondel“. Dieses Magazin galt in den spießigen 50er Jahren als derart frivol (man sah darin gelegentlich Werbung für Damen-Unterwäsche), dass Joachim Ernst Berendt, um seinen Ruf nicht zu gefährden, dort unter dem Pseudonym Joe Brown publizierte. Immerhin führte die Umfrage zu einer Besetzung, die ihrem Namen gerecht wurde und mit Max Greger, Paul Kuhn und Hans (sprich: James) Last gleich drei spätere Stars der Unterhaltungsmusik zusammen brachte.

Herausragend und stilistisch offen

Für die 50. Ausgabe des Festivals haben wir diese Idee in modifizierter Form wieder aufgenommen und uns dabei ausdrücklich das Träumen erlaubt. Welche herausragenden und stilistisch nach vielen Seiten offenen Instrumentalist*innen der jüngeren und mittleren Generation würden wir gerne mal zusammen musizieren hören? Welche Konstellation verspräche eine funktionierende Chemie und gleichzeitig genügend Zündstoff für ein spannendes Experiment? Klar war, dass die Beteiligten auch Kompositionen zum Repertoire beitragen sollten. In verschiedenen Sondierungsgesprächen stießen schließlich alle unsere Vorschläge auf offene Ohren.

Beeindruckende KünstlerInnen

Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2019 - Tag 2 - Julia Kadel Trio

„Furios“ ist ein Adjektiv, das gleich mehrere Kritiker mit der Altsaxofonistin Angelika Niescier in Verbindung bringen. Zusammen mit der kraftvollen Bassistin Eva Kruse gehört sie zu den mittlerweile international etablierten Jazzmusikerinnen aus Deutschland. Gitarrist Ronny Graupe, der vor vier Jahren auf unserem Festival mit Graupe/Gropper/Lillinger beeindruckte, und Posaunist Johannes Lauer, gleichermaßen gelobt für seine Kompositionen wie für seine improvisatorische Brillanz, sind zwei weitere Mitglieder des Sextetts.

Mit der ungemein experimentierfreudigen Pianistin Julia Kadel und der zugleich hochsensiblen wie hochenergetischen Schlagzeugerin Eva Klesse ist unsere Traumbesetzung komplett. Jede und jeder ist künstlerisch über Zweifel erhaben und, viel wichtiger: Alle haben Lust auf dieses Experiment. Wir hoffen, dass es einmal mehr die Kreativität und Originalität des Jazz aus unseren Landen unter Beweis stellt und damit eine der Kernaufgaben des Deutschen Jazzfestivals Frankfurt seit seiner Gründung erfüllt.

Angelika Niescier | Alto Saxophone
Johannes Lauer | Trombone
Ronny Graupe | Guitar
Julia Kadel | Piano
Eva Kruse | Bass
Eva Klesse | Drums

Cross Currents Trio featuring Dave Holland, Zakir Hussain, Chris Potter

Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2019 - Tag 2 - Holand Hussein Potter

Die indische Tabla-Legende Zakir Hussain gehört zur zweiten Generation klassisch ausgebildeter indischer Musiker, die eine intensive Verbindung mit westlichen Musikstilen eingingen. Schon mit drei Jahren wurde der 1951 in Bombay geborene Hussain Schüler seines Vaters, des Tabla-Virtuosen Alla Rakha, und galt früh als „Wunderkind“. Die erste Begegnung mit westlicher Musik hatte er Mitte der 60er Jahre, als er George Harrison kennenlernte, der in Indien bei Ravi Shankar die Sitar studierte.

Zwischen Orient und Okzident

1970 kam Hussain in der Begleitgruppe Ravi Shankars in die USA, wohin er im selben Jahr auch übersiedelte. Drei Jahre später lernte er John McLaughlin kennen und gründete mit ihm die bahnbrechende Formation „Shakti“, die sowohl im Westen als auch in Indien erfolgreiche Tourneen unternahm. Auch bei der späteren Wiedebelebung unter dem Titel  „Remember Shakti“ war Hussain wieder dabei. Er spielte außerdem mit Bill Laswell, Jack Bruce, Pharoah Sanders und vielen anderen. Bei allen sog. „Fusion“-Projekten über die letzten Jahrzehnte, bei all den Brücken, die dieser Musiker zwischen Orient und Okzident schlug, ist Zakir Hussain aber  immer tief verwurzelt geblieben in der nordindischen Musiktradition, aus der er kommt.

Meister ihres Fachs

In Frankfurt trifft Hussain, der immer wieder auch als Filmmusikkomponist arbeitet, auf zwei weitere ausgesprochene Meister ihres Fachs. Bassist Dave Holland, geboren 1946 in England, erzielte in den USA seinen Durchbruch, als Miles Davis ihn 1968 in seine Band holte. Später spielte er mit Chick Corea, Jack DeJohnette, John Abercrombie, Anthony Braxton und natürlich mit eigenen Gruppen. Vielen in Erinnerung ist sicher noch das grandiose Konzert des Quartetts „Aziza“ auf dem Festival in Frankfurt vor drei Jahren.

Mit dabei war damals auch Saxofonist Chris Potter. Der Mann aus Chicago mit dem mächtigen Ton und einer schier unbegrenzten Spieltechnik erinnert manchmal an den großen Joe Henderson und arbeitet schon seit langem mit Dave Holland zusammen.

Weltumspannender kammermusikalischer Dialog

Seit zwei Jahren nun gibt es das gemeinsame Projekt „Cross Currents Trio“, ein weltumspannender kammermusikalischer Dialog, bei dem die individuellen klanglichen Besonderheiten dieser drei Ausnahmemusiker besonders gut zur Geltung kommen.

Chris Potter | Tenor Saxophone
Dave Holland | Bass
Zakir Hussain | Percussion, Vocals

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