Joseph Haydn war es höchstwahrscheinlich nicht, der dieses groß angelegte und repräsentative Oboenkonzert in C-Dur schrieb. Sein Name steht zwar auf dem Autograf, doch dort sozusagen von fremder Hand gesetzt.

Oboe und Leitung: François Leleux

Rameau: Suite aus der Oper "Les Indes galantes"
Haydn: Oboenkonzert C-Dur
Thomas Adès: Three Studies from Couperin
Brahms: Haydn-Variationen

(Aufnahmen vom 1. und 2. November aus dem hr-Sendesaal)

François Leleux stellt dieses ebenso gelungene wie in seiner Zuschreibung ungeklärte Oboenkonzert in der Reihe Barock+ vor - und kombiniert es mit einem zweiten "unechten" Haydn. Jedenfalls ist auch im Falle der Brahms’schen "Variationen über ein Thema von Haydn" ziemlich sicher, dass der von Brahms ausgeborgte "Chorale St. Antoni" nicht von Haydn stammt. Da passt es gut, dass auch in Jean-Philippe Rameaus Ballett-Oper "Les Indes galantes" keineswegs die galanten Bewohner Indiens präsentiert werden, sondern der "Großmütige Türke", "Die Inkas in Peru" und allerlei damals als exotisch eingestufte Völker mehr. Nur eben keine Inder.

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