Über 500 Millionen Mal wurde das 1848 von Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichte "Manifest der kommunistischen Partei" gedruckt und nach der Bibel, den Worten des Vorsitzenden Mao Tse-tung und dem Koran steht es auf Platz 4 der meistverkauften Bücher. Vertont wurde das "Manifest" indes nur selten.

Er gehört zu den berühmtesten Sätzen der Weltgeschichte: "Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus." Karl Marx und Friedrich Engels eröffnen so ihr im Dezember 1847 und Januar 1848 verfasstes "Manifest der Kommunistischen Partei", das im anschließenden Februar in London erstmals gedruckt worden ist und seither zu den verbreitetsten und einflussreichsten Büchern der Menschheit zählt. Auch in der Neuen Musik hat das "Manifest" Spuren hinterlassen. So greift der venezianische Komponist und Kommunist Luigi Nono (1924-1990) den Eingangssatz des Manifestes im Titel seiner 1971 komponierten und im Februar desselben Jahres in Köln uraufgeführten Kantate auf, ersetzt allerdings "Europa" durch "Welt". Der von ihm verwendete Text, der mit vier Gesängen aus der Arbeiterbewegung vertont ist, stammt allerdings nicht aus dem "Manifest", sondern aus der kubanischen Revolution. Zitate aus dem "Manifest" grundieren indes die dramaturgisch und musikalisch sehr verschieden geformten Kantaten von Bert Poulheim (*1952), Kurt Schwaen (1909-2007) und dem Dadaisten Erwin Schulhoff (1894-1942).

Sendung: hr2-kultur, Konzertsaal, 10.01.2019, 20:04 Uhr

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