Utopie oder Dystopie - auch die emphatische Musik unserer Zeit, ist der Tradition ebenso verpflichtet wie den neuen Klangmitteln, sucht unaufhörlich nach Antworten. Wichtiger aber sind ihr die Fragen, die sie an uns stellt.

Marino Formenti, Klavier
Paul-Alexandre Dubois, Rezitator
Ensemble Musikfabrik
Leitung: Enno Poppe

Marina Rosenfeld: "Deathstar Orchestration" für Klavier und Ensemble (2017)
Eivind Buene: "Lessons in Darkness" für Ensemble (2017)
Misato Mochizuki: "Têtes" für Rezitator und Ensemble (2017)

(Aufnahme vom 22. Oktober 2017 aus dem Mozart-Saal der Donauhallen)

Die New Yorkerin Marina Rosenfeld (*1968) arbeitet als Künstlerin und Komponistin. Im Frankfurter Portikus hatte sie im Frühjahr 2017 eine Einzelausstellung mit dem Titel "Deathstar" (Todesstern); im Herbst des Jahres kam ihr gleichnamiges Orchesterstück bei den Donaueschinger Musiktagen zur Uraufführung. Beides sind Resultate einer künstlerischen Forschungsarbeit, in der es darum geht, irgendwo aufgenommene Klänge in gleicher Raumsubstanz, also mit identischer Wahrnehmung in x-beliebig andere Räume projizieren zu können. Der Norweger Eivind Buene (*1973) berichtet in seinem Uraufführungswerk von "Stunden im Dunkeln", von Studien über die Finsternis, von stupenden melancholischen Schönheiten, wenn Musik aus dem Notentext heraustritt und Wirklichkeit wird. Von verlorenen Köpfen - in Komik und Tragik - handelt das Stück "Têtes" der Japanerin Misato Mochizuki (*1969), die die traditionsreiche Gattung des Rakugo neu belebt: minimale Mittel des Erzählens schaffen größtmögliche Effekte.

Sendung: hr2-kultur, Konzertsaal, 14.06.2018, 20:04 Uhr

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