Im gesellschaftlichen Revolutionsjahr ’68 entstanden nicht allzu viele Kompositionen, die bis heute nachhallen. Bei der "pro musica nova" in Bremen allerdings gab es auch starke Positionen - für die verschiedensten Besetzungen.

Werke von Günther Becker, Konrad Boehmer, Giuseppe G. Englert, Gottfried Michael Koenig, Ernstalbrecht Stiebler und Isang Yun

1959 wurde der Pianist und Komponist Hans Otte Musikchef bei Radio Bremen. Schon bald initiierte der frühere Yale-Schüler von Paul Hindemith dort die alternierenden Biennal-Festivals "Pro Musica Antiqua" und "Pro Musica Nova", die der 2007 gestorbene Otte bis 1984 leitete (im Jahr 2000 stellte Radio Bremen den Festivalbetrieb ein). Schon der akzentuierte Jahres-Wechsel zwischen alter und neuer Musik war unorthodox, aber Otte wusste genau, dass gerade die Ränder der Musikgeschichte ganz besondere Aufmerksamkeit benötigen und verdienen.

Die Uraufführungen der pro musica nova-Ausgabe ’68 bestanden aus elektronischer Musik (Gottfried Michael Koenig), integraler Vokal-Instrumental-Musik (Konrad Boehmer/Ferdinand Kriwet), spielerischen Experimentalwerken (Giuseppe G. Englert), arrivierter Kammermusik (Günther Becker, Isang Yun) und aus - damals wie fast noch heute immer noch eher eine Seltenheit der Avantgarde - einigen Orgelwerken (Ernstalbrecht Stiebler, Luis de Pablo).

Sendung: hr2-kultur, Konzertsaal, 27.12.2018, 20:04 Uhr

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