Das Abschlusskonzert der Donaueschinger Musiktage 2017 präsentierte sich mit zwei träumerisch-traumhaften Solokonzerten für Posaune und Violoncello. Mittendrin eine Orchesterstudie über und im "Es-Raum", einer Architektur der Urklänge.

Abbie Conant, Posaune
Séverine Ballon, Violoncello
SWR Symphonieorchester
Leitung: Pablo Rus Broseta

Bunita Marcus: "White Butterflies" für Posaune und Orchester (2017)
Márton Illés: "Ez-tér" (Es-Raum) für Orchester (2014/17)
Chaya Czernowin: "Guardian" für Violoncello und Orchester (2017)

(Aufnahme vom 22. Oktober 2017 aus der Baarsporthalle)

Die US-Amerikanerin Bunita Marcus (*1952), der Ungar Márton Illés (*1975) und die Israelin Chaya Czernowin (*1957) waren die Komponisten der letztjährigen Donaueschinger Musiktage. Einen vierten Tonkünstler namens Diego Grossmann gab es zwar auch noch - sein fünfminütiges Werk hieß "aequilibrium" -, doch dieser vermeintliche Schüler von Mauricio Kagel und Harrison Birtwistle erwies sich als Erfindung, als bewusst gesetztes Pseudonym des in Berlin lebenden Konzeptmusikers Bill Dietz, der außer dieser noch allerlei weitere Störungen ins 2017er-Programm des weltweit ältesten Festivals für zeitgenössische Musik hineinstreute. Für manche Besucher Donaueschingens ein unnütz lästiger Schabernack, für andere ein reflektiver Nachhall der Musikgeschichte. Wie auch immer: Die poetischen Positionen von Czernowin, Marcus und Illés gerieten so jedenfalls nicht ins Wanken.

Sendung: hr2-kultur, Konzertsaal, 24.05.2018, 20:04 Uhr

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